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BeitragVerfasst: 02.12.2017, 21:11 
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Hallo zusammen,

ein Bekannter meines Vaters hat mich heute mit reichlich Holz beschenkt.
Es stammt von einem Geigenbauer, der das Zeitliche gesegnet hat.
Das gesamte Holz lagert seit 1995 und es handelt sich größtenteils um ca. 1m lange Kanteln mit durchschnittlich ca. 45-50mm Stärke und 30 bis 34mm Breite.

Anbei ein paar Fotos.

Hat jemand

1. eine Ahnung, was das für eine Holzart ist?
2. ob das Holz als Body und oder Halsholz

Viele Grüße

Daniel


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BeitragVerfasst: 02.12.2017, 21:31 
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Von den Fotos her kann ich wirklich keine verlässliche Aussage tätigen, nicht zuletzt auch wegen der Stock-/Schimmelflächen.

Die Breite der Stücke liegt den Fotos nach zu urteilen aber sicher nicht im mm-Bereich sondern im 30... cm-Bereich. Das würde bookmatched (also in der Dicke mittig geteilt und zum Zweiteiler aufgeklappt) sogar für Cellos ausreichen.

Die Geigenbauer verarbeiten für Boden, Zargen und Hälse/Wirbelstöcke hauptsächlich Ahorn, gerne geriegelt. Ahorn (bzw. Holz mit ähnlicher Steifigkeit und Festigkeit) kannst Du problemlos für Solid-Bodies und Hälse für Gitarren verwenden. Auch für Zargen und Böden von Akustikgitarren eignet es sich.

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BeitragVerfasst: 02.12.2017, 21:50 
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kegid hat geschrieben:
im 30... cm-Bereich.


Ups, ich meinte natürlich 30 cm ;-)
Wenns Ahorn wäre, wärs natürlich klar. Bis auf meine Walnuss-Caster hab ich bis jetzt immer Ahorn verwendet.
Der Typ, der mir das Holz geschenkt hat, meinte "Vielleicht ists ja Pappel...hab aber ehrlich gesagt keine Ahnung von Holz"... ;-)
Pappel wäre ja wieder eher ungünstig...

Und wie könnte ich nun rausfinden, was das für ein Holz ist?
Gibts z.B. vielleicht irgendein markantes Merkmal, mit dem ich feststellen könnte, ob es sich um Ahorn handelt?

Und die noch viel bessere Frage: Was mach ich nun mit dem ganzen Holz?
Soviel Gitarren kann ich ja unmöglich bauen...Ebay? Ich muss noch mein Haus abzahlen und könnte jeden Cent gebrauchen ;-)

Beste Grüße
Daniel

Edit: Und gleich noch ne Frage hinterher: Ist der Heizungsraum (Temperatur ca. 27 Grad) der richtige Ort zum Lagern?


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BeitragVerfasst: 02.12.2017, 22:23 
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Für die Lagerung ist eigentlich die Luftfeuchtigkeit, die dauerhaft nicht zu hoch sein sollte, entscheidender. Dauerhaft um die 27 Grad wäre mir aber rein gefühlsmäßig etwas hoch vor. Auch sollte das Lagerklima nicht schlagartig zu stark geändert werden. Wichtig ist, dass durch Abstandstücke an alle Seiten der einzelnen Bretter gut Luft gelangt.

Zur Holzart:
Vergleiche doch erstmal die mechanischen Eigenschaften wie Dichte, Biegesteifigkeit und Oberflächenfestigkeit mit 'nem Stück bekannten Holzes; Pappel dürfte einer Verformung deutlich weniger Widerstand entgegen zu setzen haben als Ahorn, Walnuss, Esche, Buche oder gar Eiche.

Desweitern würde ich mal ein paar repräsentative Flächen überhobeln (Fräsen, Schleifen) und dann hier nochmal als Foto vorstellen. Auch verstockte Hölzer sind als dekorative Gitarrendecken gefragt. Um die Hölzer zum Verkauf anzubieten, sollte die Maserung deutlich sichtbar sein. Vieleicht mal 'nen Tischler aus der Nachbarschaft fragen, der schiebt eventuell für'n Beitrag zur Kaffeekasse auch mal die Bohlen über die Hobelmaschinen.

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BeitragVerfasst: 03.12.2017, 13:28 
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Ich tippe auf Ahorn.
Es sind Stockflecken vorhanden und auch diverse Russe, was auf eher zu feuchte Lagerung hindeutet.
Meist kann man das abschleifen.

Es gibt aber auch Ambrosia Ahorn was von Natur aus diese Art Flecken und Strahlen hat.
Auch verpilzter Ahorn wird gerne für decken verwendet, sog. Spalted Maple.
Aber Vorsicht das ist stark gesundheitsschädlich. Nur mit Maske bearbeiten und später definitiv lackieren nicht Ölen.

Die Geigenbauer machen aus Ahorn Böden, Zargen und Hälse.
Wenns nicht stark geriegelt ist eher nur Hälse.

Für nen Git-Body geht das gut wird aber schwer. Selbstverständlich auch für Tops.
Für nen Hals wäre es wahrscheinlich zu kurz, da brauchst du ja ca 700mm.

Pappel ginge auch gut für Bodies und Tops.
Eher nicht für Hälse.
Wäre auch eher untypisch für ein Streichinstrument.

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Gruß
Uli

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BeitragVerfasst: 03.12.2017, 14:27 
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pinacoco hat geschrieben:
... Für nen Git-Body ... wird aber schwer. ...
Das trifft sicher auf solche voluminösen Modelle wie bspw. Paulas zu. Meine Elisa hat auch einen aus 45 mm starkem Ahorn gearbeiteten ungechamberten Massiv-Body bei unter 3,3 Kg Gesamtgewicht.

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BeitragVerfasst: 03.12.2017, 14:47 
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Ich vermute dass es sich nicht um Ahorn handelt. Mit ziemlicher Sicherheit handelt es sich um Erle. Die Stockstellen sind tüpisch wenn das Holz vorher wenigstens 1 Jahr als ganzer Stamm gelagert worden ist im Freien. Das wird gerne gemacht weil dann die Spannungen im Holz reduziert werden. Zum Überprüfen würde ich mir eine Ahornkandel nehmen und ein identisch großes Stück von dem unbekannten Holz. Dann bitte beide wiegen. Erle ist leichter und auch weicher als Ahorn. Wenn du ein gehobeltes Stück anfeuchtest tendiert es in Richtung rot.


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BeitragVerfasst: 03.12.2017, 16:12 
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Ich hab nun mal ein Sück abgesägt und geschliffen.
Anbei ein paar Fotos im Vergleich mit einem Stück Ahorn.
Das Holz ist um einiges heller, etwas leichter und hat eine ganz markante Maserung.
Ich habs auch mal angefeuchtet, sieht sehr gut aus find ich.
Ich würde jetzt einfach mal auf Pappel tippen...lieg ich richtig?
Falls ja: Kann ich damit im Gitarrenbau irgendwas anfangen (Body/Hals) oder ist das eher unbrauchbar?
Zur Not wartet mein Holzofen schon ;-)


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BeitragVerfasst: 03.12.2017, 16:27 
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Ich kenne Pappel nur als Sperrholz. Als Deckenmaterial scheint mir Pappel durchaus geeignet. Eventuell muss man es mit Epoxy, 2K-Lack o.ä. stabilisieren, um die Druckempfindlichkeit der Oberfläche zu verbessern. Auch als Flügelmaterial für die Neck-thru-Bauweise könnte ich mir Pappel vorstellen, nicht aber als Solidbody-Material mit eingeleimtem oder gar geschraubtem Hals.
Wenn es also interessante Zeichnungen (einschließlich Verstockungen) zeigt, wäre es unter o. gen. Bedingungen als Deckenmaterial durchaus sinnvoll. Ev. auch bookmatched, was sich ja bei den Querschnittsmaßen durchaus anbietet. Insbesondere auch für Paula-Bauer könnte das Material auch wegen der leichten Bearbeitbarkeit beim Shapen interessant sein.

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BeitragVerfasst: 03.12.2017, 16:57 
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Falls es überhaupt Pappel ist:
Ich hab mal n bisschen gegoogelt. Anscheinend eignet sich Pappel durchaus auch als Body-Holz.
Wurde sogar schon von Fender verwendet (genau wie Linde) bei lackierten Gitarren.
Aber ich denk ich werd mal den örtlichen Schreiner besuchen.
Evtl. kann er die Holzart bestimmen.


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BeitragVerfasst: 03.12.2017, 19:58 
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basementmedia hat geschrieben:
Anscheinend eignet sich Pappel durchaus auch als Body-Holz.
Wurde sogar schon von Fender verwendet (genau wie Linde) bei lackierten Gitarren.

Hab´ ich auch schon gemacht, und nicht nur für den Body. Außer dem Griffbrett ist bei meiner "Brett-Gitarre" alles Pappel.
Ist schön leicht, resonant und auch steif genug. Nur die Druckempfindlichkeit ist nervig, sowohl bei der Bearbeitung als auch am fertigen Instrument.

Gruß
Markus


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BeitragVerfasst: 03.12.2017, 23:30 
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Mit ziemlicher Sicherheit ist das Pappel. Für Bodys kein Problem, einen Hals würde ich aber z.B. mit Walnuss sperren. Pappel ist angenehm zu verarbeiten und läßt sich erstaunlich glatt polieren. Und so ein gestocktes Stück macht sich ganz gut als Decke.

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„Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser werden wird wenn es anders wird; aber so viel kann ich sagen, es muß anders werden, wenn es gut werden soll.“
(Georg Christoph Lichtenberg)


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