Bitte klicken um unseren Sponsor zu besuchen:
Aktuelle Zeit: 24.01.2018, 05:54

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 6 Beiträge ] 
Autor Nachricht
BeitragVerfasst: 13.01.2018, 16:37 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 15.11.2014, 22:41
Barvermögen:
0.00

Beiträge: 2
Hallo zusammen,

für zwei Projekte (Strat & Tele) habe ich unbehandelte Hälse mit Rosewood-Griffbrettern hier liegen.

Die Hälse sollen jetzt Decals mit selbst gestaltetem Logo bekommen. Anschließend will ich Kopfplatten sowie Halsrückseiten klar lackieren. Das Holz ist bereits fertig geschliffen, entstaubt und entfettet. Die fertigen Decals liegen bereit zum aufbringen.

Ich wünsche mir eine Oberflächenqualität, die der von aktuellen Fender-Instrumenten möglichst nahe kommt. Also kein relic oder auf alt gemacht und auch kein Öl- oder Wachsfinish. Den Rand von den Decals hätte ich gerne möglichst unauffällig.

Ich müsste Lack aus der Sprühdose verwenden, da ich über keine geeignete Spritzpistole verfüge. :shifty:

Jetzt meine konkreten Fragen:
  • Ist der Klarlack von aktuellen Strat- oder Telehälsen hochglanz, seidenmatt oder matt und wie ist der Lackaufbau bei Fender aktuell? (Porenfüller, Grundierung, Decklack,...)?
  • Was für einen Klarlack soll ich nehmen um dem möglichst nahe zu kommen? Polyurethan, Polyester, Acryl, Nitro, Wasserlack...?
  • Stellenweise wird empfohlen, vor dem Aufbringen des Decals bereits eine dünne erste Schicht Klarlack aufzubringen. Ist das so richtig?
  • Gibt es irgendwelche besonderen Fallstricke, die ich bei meinem Vorhaben beachten muss?

Das sind die ersten Hälse, die ich lackieren werde und ich freue mich auf professionelle Tips!
:)


Share on FacebookShare on TwitterShare on DiggShare on DeliciousShare on Google+
Nach oben
 Profil  
 
 
BeitragVerfasst: 13.01.2018, 18:07 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 27.08.2013, 11:54
Barvermögen:
15,895.26

Bank:
678,683.72

Beiträge: 896
Wohnort: Belgien
Hallo 7ender :)

erst einmal willkommen im Forum. Mit der Foren-Suchfunktion findest du sicher jede Menge gute Tipps und Tricks zum Lackieren von Instrumenten. Wahrscheinlich wird auch ohnehin gleich einer der Forenkollegen, die sich in diesem Bereich besser auskennen als ich, auf den Plan treten und dir spezifische Tipps geben. Da ich da kein Spezialist bin (ich benutze eigentlich immer nur Öl) halte ich lieber die Klappe ;)

Um herauszufinden, wie Fender das zur Zeit macht, empfehle ich allerdings eher einen Besuch im Musikinstrumentenfachgeschäft deiner Wahl, wo jeder Fender-Fachverkäufer sicher gerne mehrere Stunden zu dem Thema dozieren wird. Ob du hier jemanden findest, der da gerade auf dem Laufenden ist (das ändert sich ja alle naslang) wird sich noch herausstellen...

Aber ich empfehle, das Thema mal anders herum anzugehen: welche Art von Lackierung findest DU am besten? Vorausgesetzt, dass du die Gitte später spielen willst, kommt es nämlich in erster Linie darauf an, was für dich angenehm in der Hand liegt. Auch das kann unterschiedlich sein und nicht unbedingt das, was man bei Fender gerade als die beste Lösung im Stil von "one size fits all" angesehen wird.

Ich kann da nur für mich sprechen, aber ich finde z.B. allzu glatte Lackierungen (oder sogar Lackierungen im Allgemeinen) für die Halsrückseite eher Kontraproduktiv. Spätestens wenn man etwas schwitzt klebt man auf so einer Hochglanzoberfläche nämlich regelrecht fest und kann nicht mehr schnell und sicher umgreifen. Da ist ein Ölfinnish oder zumindest ein eher seidenmatt geschliffener Hals viel praktischer.

Aber was für mich gilt, gilt ja deshalb noch lange nicht für dich. Auch hier kann ein Besuch beim Musikinstrumentendealer hilfreich sein. Probier' einfach ein paar Äxte durch und schau selber mal, was für dich angenehm ist...

Viele Grüße

/sascha

_________________
Hört auf, vernünftig zu sein – das hier ist das Internet, benehmt euch entsprechend!


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 13.01.2018, 19:35 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 09.05.2012, 21:28
Barvermögen:
290,947.00

Bank:
0.00

Beiträge: 3912
7ender hat in der Vergangenheit unter der Nitro-Lackierung eine Kunstharz-Grundierung. Ohne diese Sperrgrundierung würde das Ziel einer geschlossenporigen Nitro-Hochglanzlackierung je nach Holzbeschaffenheit zum jahrewährenden Geduldsspiel.

Deshalb empfehle ich dir eine mehrschichtige 2k-Grundierung (PE/PU) mit reichlich Zwischenschliffen. Unter den Tutorials gibt's dazu auch genügend methodische Anleitungen für unterschiedliche Lackiertechniken. Der Blasenfreiheit wegen würde ich die Decals erst aufbringen, wenn eine einwandfreie feingeschliffene Oberfläche erreicht ist.
Ob anschließend 7endermäßig mit Nitro (alter Autolack frei nach LEO) transparent weiter lackiert wird oder weiterhin 2K-Lack genutzt wird, ist eigentlich egal. Lediglich der komplett abgebundene und ausgehärtete Untergrund darf der Haftung wegen nicht spiegelglatt, sonder angeschliffen sein.

Es ist hier im Forum schon mehrfach gepostet worden, dennoch:
Bei 2K-Lack trägt man 2 bis drei Schichten in kurzer Folge (vorm kompletten Abbinden) nacheinander auf.
Dann ca. 24h (bei Raumtemparatur) aushärten und anschließend zwischen- bzw. feinschleifen.
Dann können nach gründlicher Reinigung die nächsten Schichten aufgebracht werden.
Wenn dazwischen die Decals aufgebracht werden, decken die Klarlack-Folgeschichten die Decals ab und die erhabenen Decal-Ränder können mit den nächsten Zwischenschliffen egalisiert werden.
Zur endgültigen Highgloss-Oberfläche kommt man durch Feinschleifen (mit Micromesh oder feinstem Papier) und anschließendem mechanischen Polieren mit geeigneten Pasten.

Zur konkreten Wahl der Lacksorten und Beschichtungs- und Schleif-/Poliertechniken gibt es viele praktikablen Ansätze; am besten hier mal in die Tutorials und einige Bauthreads schauen; das ist gewiss gut investierte Zeit.

_________________
...
Man kann keine Faust machen, wenn man die Finger überall drinnen hat. (Dieter Hildebrandt)
_____________________________________________________________________

http://guitars.kehrdesign.de/


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 14.01.2018, 13:10 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 15.11.2014, 22:41
Barvermögen:
0.00

Beiträge: 2
Hallo und Danke für Eure Antworten.

Sascha L. hat geschrieben:
...Mit der Foren-Suchfunktion findest du sicher jede Menge gute Tipps und Tricks zum Lackieren von Instrumenten...
Die SuFu habe ich natürlich vorher auch gefragt, hatte aber nach "Klarlack" gesucht und nichts sinnvolles gefunden. Auch die Tutorials waren mir bisher entgangen. Wird nachgeholt...

Sascha L. hat geschrieben:
Aber ich empfehle, das Thema mal anders herum anzugehen: welche Art von Lackierung findest DU am besten?
Die aktuell verwendeten Lackierungen z.B. auf meiner ca. 12 Jahre alten miM-Strat gefallen mir sehr gut. Die Lackierung vom Hals meiner CBS-Strat aus den späten 70ern, auf der ich gelernt habe, war jedoch vom Gefühl her immer etwas klebrig. War das Nitro-Cellulose?

Sascha L. hat geschrieben:
...klebt man auf so einer Hochglanzoberfläche nämlich regelrecht fest und kann nicht mehr schnell und sicher umgreifen. Da ist ein Ölfinnish oder zumindest ein eher seidenmatt geschliffener Hals viel praktischer.
Die Halsrückseite, wo die Greifhand sich bewegt, könnte man ja zur Not später immer noch abschleifen und ölen. Die Kopfplatten müssen aber unbedingt klar lackiert werden - und zwar hochglanz. In diesem Punkt ist meine Frage also schon erledigt.



kegid hat geschrieben:
...Kunstharz-Grundierung. Ohne diese Sperrgrundierung würde das Ziel einer geschlossenporigen Nitro-Hochglanzlackierung je nach Holzbeschaffenheit zum jahrewährenden Geduldsspiel.
[...]
Der Blasenfreiheit wegen würde ich die Decals erst aufbringen, wenn eine einwandfreie feingeschliffene Oberfläche erreicht ist.
Eine feingeschliffene Oberfläche hat der Hals jetzt schon aber um sicher zu gehen, werde ich wohl mit farbloser Kunstharz-Grundierung arbeiten.

kegid hat geschrieben:
...trägt man 2 bis drei Schichten in kurzer Folge (vorm kompletten Abbinden) nacheinander auf.
Dann ca. 24h (bei Raumtemparatur) aushärten und anschließend zwischen- bzw. feinschleifen.
Dann können nach gründlicher Reinigung die nächsten Schichten aufgebracht werden.
Wenn dazwischen die Decals aufgebracht werden, decken die Klarlack-Folgeschichten die Decals ab und die erhabenen Decal-Ränder können mit den nächsten Zwischenschliffen egalisiert werden.
Schöne Zusammenfassung! Vielen Dank!

:text-thankyouyellow:


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 14.01.2018, 14:19 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 09.05.2012, 21:28
Barvermögen:
290,947.00

Bank:
0.00

Beiträge: 3912
7ender hat geschrieben:
kegid hat geschrieben:
...Der Blasenfreiheit wegen würde ich die Decals erst aufbringen, wenn eine einwandfreie feingeschliffene Oberfläche erreicht ist.
Eine feingeschliffene Oberfläche hat der Hals jetzt schon ...
Gemeint ist nicht der feingeschliffene Rohhals, sondern dessen Grundierung; ein Decal auf einer unbehandeltem, wenn auch feingeschliffenen Holzoberfläche wird nicht vernünftig funktionieren (quellen, blasenbilden, ...). Außerdem hat dieser Schliff die Aufgabe die ausreichende Haftung nachfolgender 2K-Schichten zu gewährleisten. Ich verwende hierzu Papier mit 600er, max. 800er Körnung; das genügt auch fürs Decal.


7ender hat geschrieben:
... um sicher zu gehen, werde ich wohl mit farbloser Kunstharz-Grundierung arbeiten. ...
Im Gegensatz zu den gängigen 2K-Lacken muss man bei 1K-Grundierung mit deutlich längeren Trocknungszeiten und ev. Unverträglichkeit zu nachfolgenden, anderen Lacken rechnen. Darum zuerst an einem Probestück testen. Es gibt aber auch 2K-Lacke in Spraydosen, z.B. Dupli-Color für Auto-Lackierungen. Diese sind nach erstmaligem Gebrauch jedoch nur sehr kurz lagerfähig.



7ender hat geschrieben:
Sascha L. hat geschrieben:
...klebt man auf so einer Hochglanzoberfläche nämlich regelrecht fest und kann nicht mehr schnell und sicher umgreifen. Da ist ein Ölfinnish oder zumindest ein eher seidenmatt geschliffener Hals viel praktischer.
Die Halsrückseite, wo die Greifhand sich bewegt, könnte man ja zur Not später immer noch abschleifen und ölen. Die Kopfplatten müssen aber unbedingt klar lackiert werden - und zwar hochglanz. In diesem Punkt ist meine Frage also schon erledigt.
Ölen auf Lackgrund wird problematisch werden. Es ist aber überhaupt kein Problem den Griffbereich des Halses mittels Schleifmittel zu mattieren. Das wird aber nach kurzer Benutzungzeit wieder Glanz bekommen, und zwar ungleichmäßig mit einer speckig anmutenden Optik.

Eine Nitro-Oberfläche wird im Übrigen von vielen als angenehm empfunden, vieleicht ist's im allgemeinen Vintage-Fieber auch nur der Glaube daran. Ich selbst habe jedenfalls noch nichts Besseres für eine E-Gitarren-Oberfläche gefunden als 2K-Lack, sowohl mechanische Festigkeit wie auch Farbtreue betreffend.

_________________
...
Man kann keine Faust machen, wenn man die Finger überall drinnen hat. (Dieter Hildebrandt)
_____________________________________________________________________

http://guitars.kehrdesign.de/


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: 15.01.2018, 16:39 
Offline

Registriert: 05.02.2017, 10:58
Barvermögen:
0.00

Beiträge: 37
Ich hatte das auch letztes Jahr das erste Mal gemacht und hier dokumentiert:
https://www.bassic.de/threads/mein-erst ... .14866008/
wenn Du das aufmerksam durchliest sollte alles drin stehen.
Fazit bisher: Besser als jede Klampfe im Laden! Ich baue noch einen!


Nach oben
 Profil  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 6 Beiträge ] 

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Gehe zu:  
cron
Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Group
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de

Impressum



Guitarmaniacs.de - Show your gear