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 Betreff des Beitrags: Bünde unter Saitenzug abrichten?
BeitragVerfasst: 14.01.2018, 09:08 
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Hier ein japanisches Tool, bin mir nicht sicher was ich davon halten soll?

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Wolfgang

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BeitragVerfasst: 14.01.2018, 09:19 
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Hm...irgendwie bin ich noch nie auf die Idee gekommen, beim Abrichten der Bünde die Saiten drauf zu lassen. Und ich kann mir bezüglich der Sinnhaftigkeit dieses Tuns auch keinen wirklichen Reim drauf machen. Ich habe das Gefühl daß das eine halbe Sache ist, lasse mich aber gerne eines anderen belehren ;)

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Kurt Tucholsky


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BeitragVerfasst: 14.01.2018, 22:42 
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hab' ich letztens auch gemacht - mit einem Stück Carbonleiste (bocksteif) und einem draufgeklebten kleinen Griff.

Dateianhang:
Bünde1.JPG


Dateianhang:
Bünde2.JPG


Theoretisch könnte sich ein Hals ja unter Saitenzug eben nicht in einem gleichmäßigen Bogen nach vorne ziehen, sondern eine Welle aufwerfen, leicht vertwisten.....
Mit dem Abrichten unter Spannung sollte man das beim Abrichten in Grenzen egalisieren können.
Ob's was bringt kann ich nicht wirklich beurteilen, der abgerichtete Hals zeigt sich von jedwedem Saitenzug aber auch völlig unbeeindruckt. Ist aber auch aus Carbon und nicht aus Holz ;)

Anyway - der Aufwand ist nicht höher als beim normalen Abrichten und schaden kanns auch nix.


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Beste Grüße, Michael


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BeitragVerfasst: 24.01.2018, 15:01 
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Grundsätzlich macht es schon Sinn die Bünde unter Zug abzurichten.
Letztlich entspricht das ja dem sog Plecken.
Der Hals biegt sich eben minimal durch den Zug der Saiten. Ein Abrichten unter diesen Bedingungen bringt dann dementsprechend auch das optimale Ergebnis.

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Gruß
Uli

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BeitragVerfasst: 24.01.2018, 23:56 
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Grundsätzlich ... na klar! Aber so? Ich jedenfalls in diesem Leben nicht. :lol:

Am besten hat mir an dem Video gefallen, das die PUs weder ausgebaut noch irgendwie anders geschützt waren. Der Metallabrieb der Bünde fliegt also sicher nicht durch die Gegend, sondern sammelt sich am Hals-PU. Einfach entzückend.

Wer eine so flache Saitenlage will oder braucht, dass die Durchbiegung des Halses dabei eine entscheidende Rolle spielt, und wer die Kosten für das Pleken scheut, der hat ja auch eine Alternative:

Man misst die Halsbiegung bei gestimmtem Instrument. Dann baut man den Hals aus und stellt die gleiche Biegung mittels TR her. Dann kann man ohne Gefrickel bei dieser Biegung abrichten. Danach Hals wieder gerade einstellen und das Instrument zusammenbauen.

Dieses Vorgehen hat nur zwei Voraussetzungen:
- einen Double Dual Action TR, also nicht sowas wie den Baudraht von 7ender.
- Zeit und Gelassenheit bei den Biegearbeiten am Hals.

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BeitragVerfasst: 25.01.2018, 15:20 
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ganz ehrlich? Da finde ich das Abrichten mit Saiten einfacher - und zwar ganz wesentlich.

PU's vor Spänen schützen ist klar, umso mehr, wenn man magnetisches Bundmaterial nutzen sollte.Was wohl eher selten der Fall ist - also fliegt der Metallabrieb in den meisten Fällen wohl doch durch die Gegend und nur zum Teil auf die PUs. Ich hab hier Instrumente mit Nickel-, Bronze-, Edelstahl- und Wiptam-Bunddraht. Keines der Materialien ist auch nur im Ansatz magnetisch, selbst ein fetter Neodym fällt einfach runter. Vielleicht solltest Du einfach mal Deinen Stacheldraht oder was auch immer Du drinne hast austauschen ;)

Und ich denke schon, dass die Halsbiegung nicht nur einen geringen Einfluss auf eine komfortable Saitenlage hat. Wer die nicht braucht - auch gut. Ich bin faul und schwächlich und will nicht mehr drücken als nötig - Intonationsprobleme bei zu hoher Saitenlage mal noch außen vor.

Ich bin nicht sicher, dass eine Biegung per Truss zwangsläufig immer der Biegung durch Saitenzug entspricht. Kann auch etwas anders sein, und wenn's beim Gitarrenbau irgendwo auf Bruchteile von 1/10 ankommt, dann bei den Bünden. Mag sein, dass das in Richtung Ameisenkniekehlenbetrachtung geht, aber wenn schon denn schon.

Es ist nicht mal aufwändiger (eher einfacher, weil die Saiten draufbleiben) als die traditionelle Methode.
Der einzige Nachteil ist, dass man es jahzehntelang anders gemacht hat. Ganz getreu nach dem Motto
"Das muss so sein - das geht nicht anders - weil - das war schon immer so" :mrgreen:

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Beste Grüße, Michael


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BeitragVerfasst: 25.01.2018, 19:16 
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Da das im Großen und Ganzen eine Diskussion werden könnte, die viel Ähnlichkeit mit den Tonholz-Diskussionen hat, möchte ich das nicht weiter anfeuern.

Aber eines lasse ich dann doch nicht unkommentiert: Nickel gehört zu den Magnetmetallen! Und das verbreitetste Bundmaterial nennen wir meist Nickelsilber oder auch Neusilber, eine Kupfer-Nickel-Zink-Legierung. Soviel blieb mir im Kopf, auch 44 Jahre nach der letzten Physikstunde.

Und aus leidvoller Erfahrung (Nachbesserung eines leicht erhöhten Einzelbundes) weiß ich auch, dass der Abrieb dann am PU landet. In meinem Fall war es erfreulicherweise ein komplett vergossenener PU, aber es ist nervig, den Dreck weg zu bekommen.

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BeitragVerfasst: 25.01.2018, 23:04 
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Neusilber ist trotz des Nickelgehalts gar nicht oder wenigstens nahezu nicht permanentmagnetisch.

Die Frage nach der Religion brauchen wir doch jetzt gar nicht? Stell Dir einfach mal vor, ein Hals würde eine "Rampe" ausbilden, wenn er unter der Spannung der Saiten und der Gegenspannung des Trussrods steht. Und es ist gar nicht so selten, dass das so ausgeprägt ist, dass man den Hals unter Spannung abrichten muss, um das auszugleichen.

(Der Effekt tritt übrigens immer auf, wenn sich die Steifigkeit des Halses abrupt ändert. Je nach Konstruktion bestenfalls unterschiedlich stark).

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Liebe Grüße

Beate


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BeitragVerfasst: 26.01.2018, 00:05 
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Bea, es mag sein, dass meine Hälse einfach zu fett sind, um bestimmte Probleme zu entwickeln :lol:

Und was den Magnetismus von (in meinem Fall 18%) Nickelsilber angeht: Nach zwei Jahren Baupause bin ich kurz davor, eine neues Projekt zu beginnen. Also kommt ein neuer Bauthread und in dem könnt ihr mich dran erinnern, dass ich mal mit einem Magneten die Reste vom Bundabrichten aufsammle ;-)

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BeitragVerfasst: 26.01.2018, 12:41 
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rumblebird hat geschrieben:
Grundsätzlich ... na klar! Aber so? Ich jedenfalls in diesem Leben nicht. :lol:

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sehe ich ja genauso wie du.
Deine Beschreibung entspricht im übrigen genau der Praxis beim Plecken.
Dort wird nichts anderes als Grundgröße herangezogen als die Differenz der Biegung des Halses unter Last vs. ohne Saitenzug.
Der Hals wird danach bolzengerade eingespannt (ohne Saiten) und … oh Wunder … man hat somit die einfachen Stellgrößen in wenigen Minuten ermittelt. Den Rest macht die Maschine.
et Voila: 200€ verdient :-) = Erfolgreiches Geschäftsmodell.

im Übrigen gebe ich Bea auch zu 100% Recht.
Meine Hälse werden auch definitiv vom Saitenzug beeinflusst.
Aber bei mir kann man eben auch mit einer Hand rumgreifen, nicht wie bei Stefan :-)

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Gruß
Uli

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