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 Betreff des Beitrags: Stradivari anno 1685
BeitragVerfasst: 10.08.2012, 15:44 
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Wie vielleicht manche schon an meinem Avatar gesehen haben, hab ich wieder eine Violinchen in Arbeit!

Eine "fast" Kopie einer Stradivari von 1685. Fast deswegen weil ich es wieder nicht lassen konnte, dem Instrument meinen unübersehbaren Fingerabdruck zu verpassen. :)

Drei Dinge werden abweichen.

1.) Die Wölbung von Boden und Decke. Sollen 4,5mm höher werden.
2.) Das Inlay am Zäpfchen des Boden.
3.) Die Schnecke wird sehr fein und konturenreich.

Sonst sind die Maße des Korpus identisch und auch die F-Löcher werden original.

Den Zargenkranz hab ich noch in meiner alten Werkstatt gefertigt. Der Boden ist in der Neuen entstanden. In den nächsten Wochen/Monaten/Jahren *ulk* werd ich noch Decke und Hals fertigen. Lackierung soll auch nach dem Original rauf.

Grundierung - Gelantine
Farbe - Zwiebelsud lange gekocht zu hellbraun in Gelb
Decklack - Spiritus, gelbbraun

So, das wars bis hierhin. Ich halte Euch auf dem Laufenden! ;-)

Grüßle Tim


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 Betreff des Beitrags: Re: Stradivari anno 1685
BeitragVerfasst: 10.08.2012, 16:16 
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wow, ich kann nur staunen und muss irgentwann den Mund wieder zu machen! :shock:

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 Betreff des Beitrags: Re: Stradivari anno 1685
BeitragVerfasst: 10.08.2012, 16:28 
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Wow, tolles Projekt! Was für Pickups kommen denn rein?

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Keine Macht den Doofen!


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 Betreff des Beitrags: Re: Stradivari anno 1685
BeitragVerfasst: 10.08.2012, 16:35 
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Sehr schick!
Wie's aussieht, kannst Du Dich im Moment ja sogar noch umentscheiden, und Hans mit einem weiteren Höfner Beatles-Bass Konkurrenz machen.
Ich würd' mir das ja an Deiner Stelle überlegen... :lol:

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Ever tried. Ever failed. No matter. - Try again. Fail again. Fail better. (Samuel Beckett)
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Trollo bei YouTube: >Klick!<


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 Betreff des Beitrags: Re: Stradivari anno 1685
BeitragVerfasst: 10.08.2012, 17:28 
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Zederndehner hat geschrieben:
1.) Die Wölbung von Boden und Decke. Sollen 4,5mm höher werden.


Damit hast Du schon verzockt - sie wird nie an das Vorbild rankommen :P
Spaß beiseite - was ist denn der Grund für die starke Wölbung?

Nein, coole Sache. So genau zu arbeiten wie es für eine Violine nötig ist traue ich mir nicht zu.

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Liebe Grüße

Beate


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 Betreff des Beitrags: Re: Stradivari anno 1685
BeitragVerfasst: 10.08.2012, 18:08 
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@Ralf

Wenn Du den Mund schnell wieder schließen willst - laß mich nen Bass bauen *grmmpff* :o ;)

@Bastelmann und Trollo

Nein, es wird ein stromloses Instrument weit jenseits der 10 hz ! :lol: :lol: :lol:

@Beate

Der Grund für die höhere Wölbung ist die Konstruktion. Ich möchte den Boden und Decke an verschiedenen Stellen etwas dünner ausarbeiten als das Vorbild! (etwa 0,4mm im Schnitt)
Um die Stabilität des Korpus zu gewährleisten muß ich mit der Wölbung ausgleichen! Das ist der wesentliche Grund.

Kopie zwecks des Korpusumriss und der optischen Gestaltung - sagen wir besser in *Anlehnung an Strad 1685* ;-)

Was die Feinarbeitarbeit angeht. Ja, alleine für die Adergräben auf dem Boden war ich mit dem Schnitzer 5 1/2 Stunden gesessen. Es ist Bastelarbeit - aber eine sehr schööne! ;-)

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 Betreff des Beitrags: Re: Stradivari anno 1685
BeitragVerfasst: 10.08.2012, 18:13 
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Moin moin!
Schönes Projekt.
Eine Frage zum Finish : Beim Decklack ist aber noch etwas wie Schellack beim Spiritus ?
Frohes Werkeln.
Gruß
Günter

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Wer sich ein Spiegel-Ei brät sollte warten bis das Huhn ein Ei gelegt hat!
Wenn ein Huhn gackert, muß es nicht unbedingt ein Ei legen.
Weisheiten eines unbekannten Eierdiebes des 16. Jahrhunderts.


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 Betreff des Beitrags: Re: Stradivari anno 1685
BeitragVerfasst: 10.08.2012, 18:18 
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@ Gukarie

Nein, Schellack ist nicht dabei!
Der Lack wir aus natürlichen Farbstoffen wie Catechu, Sandelholz und Drachenblut bestehen. Das Harz für den Lack wird eine
Mischung aus natürlichen Harzen sein wie etwa Sal, Mastix und Weihrauch.

Grüßle Tim

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 Betreff des Beitrags: Re: Stradivari anno 1685
BeitragVerfasst: 10.08.2012, 18:48 
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Toll!

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 Betreff des Beitrags: Re: Stradivari anno 1685
BeitragVerfasst: 10.08.2012, 21:17 
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rumblebird hat geschrieben:
Toll!


Du bist heute aber auch wieder ne Quasselstrippe, eh! :lol:


Nun hab ich es doch nicht lassen können, die Deckenkanteln zu hobeln und zu verleimen. Mittenwalder Fichte, schlag 92.
Dazu hab ich noch ne Halskantel, Riegelahorn, ausgewählt mit feiner Flammung.

Dann werd ich wohl am WE Decke hobeln! :P


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 Betreff des Beitrags: Re: Stradivari anno 1685
BeitragVerfasst: 10.08.2012, 22:03 
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Ich kann solche Arbeiten einfach nur bewundern...!

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Schöne Grüße

Blackhawk


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 Betreff des Beitrags: Re: Stradivari anno 1685
BeitragVerfasst: 10.08.2012, 22:34 
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Na das wird ein Sahneteilchen. :)
:?: Wie/womit stellt man eigentlich fachgerecht die konkaven Shapings her. Gibt's dazu noch informative Bilder. Ich habe gerade eine Viertelgitarre (semi acoustic) fürs Enkelkind begonnen. Bei der Decke will ich mich erstmals an nem typischen Archtop-Shaping vergreifen (Rüsterdecke - Uraltbestand, ehemals für Messergriffe vorgesehen). Wie ich das mit meinem überschaubaren Werkzeugpark und meinen bescheidenen Fertigkeiten hinkriege, hat sich mir allerdings noch nicht erschlossen - learning by doing, darauf wirds wohl hinauslaufen.
Deshalb bin erst mal richtig neidisch :( auf solche wie Dich, die sowas kontrolliert beherschen.

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Gruß

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 Betreff des Beitrags: Re: Stradivari anno 1685
BeitragVerfasst: 11.08.2012, 01:38 
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Was soll ich Dir denn erzählen, Tim?

Ich habe großen Respekt vor Deinem Handwerk und finde einfach schön, was Du da baust.

Ich habe einen Geiger in einer meiner Bands und auch da großen Respekt vor seinen Fähigkeiten und dem Instrument.

Und wenn es etwas gibts, was ich genauso hasse wie Queen und Katzen, dann sind es geigelernende Kinder :lol:

War das jetzt lang genug? ;-)

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 Betreff des Beitrags: Re: Stradivari anno 1685
BeitragVerfasst: 11.08.2012, 02:14 
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Letzteren könnte man ja die kollektive Verwendung von E-Geigen zum Üben verordnen. Sie sind laut genug fürs Wohnzimmer, und so leise, dass man auch nachts im Hochhaus spielen kann, ohne die Nachbarn zu nerven. Unverstärkt. Und das Fenster muss geschlossen sein - so laut sind die Teile dann eben doch noch...

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Liebe Grüße

Beate


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 Betreff des Beitrags: Re: Stradivari anno 1685
BeitragVerfasst: 11.08.2012, 02:59 
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Das ist ein guter Ansatz, aber die Geigenlehrer sind dafür wohl zu konservativ.

Ich durfte über lange Zeit der Tochter eines früheren Kollegen beim Geigelernen zuhören. Es klang, als ob jemand eine nicht nakotisierte Katze häutet.

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 Betreff des Beitrags: Re: Stradivari anno 1685
BeitragVerfasst: 11.08.2012, 09:01 
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@Rumble

Für stilles Üben auf der akustischen Geige gibts den sogenannten "Stegwolf". Den steckt man auf den Steg auf und Violinchen ist leise wie Hamster beim furzen! :lol:
(Gibts dann auch in unterschiedlichen Lautstärkeklassen von Holz bis Metall)

rumblebird hat geschrieben:
War das jetzt lang genug? ;-)


Ja!! ;)

@Kegid

Das mit der Wölbung ist kein Hexenwerk. Du mußt nur wissen welche Radien Du wo sitzen hast. Dann hast du die Möglichkeit mit Schablonen nach Plan zu arbeiten. Oder du bohrst alle zwei cm Löcher auf die entsprechende Tiefe, die dir als Marker dienen.
Ich mach es "Freestyle". Ich hab beim Erstellen der Wölbung meine Höhe und meine Radien und das reicht dann um loszuhobeln.

Viel schwieriger bei der Geige sind die verschiedenen Materialstärken in Boden und Decke. Die Wölbungen können da schon auf 10-15 verschiedene Maßzonen kommen.(Am rechten Oberbug 2,3mm, entlang der Fuge 2,9mm, an der Stimme 4,2mm usw.)
Die Wölbung an sich wird grob gestochen und dann nur noch gehobelt, per Fingerhobel. Ist die Wölbung grob fertig wird sie abgezogen mit der Ziehklinge. Dann die innere Wölbung und selbes Spiel nochmal, jedoch mit der Rücksicht auf Materialstärkezonen.
Zum Schluß noch Feinschleifen und das wars dann auch schon.

Bei der Decke schieß ich mal ein paar Bilder ;-)

Grüßle Tim

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 Betreff des Beitrags: Re: Stradivari anno 1685
BeitragVerfasst: 11.08.2012, 14:08 
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Dann geb ich ma nen "Deckenschitzkurs" *ulk*

Über Nacht hab ich Boden und Zargenkranz verheiratet. Ohne die Kombination kanns auch mit der Decke nicht weitergehen.

Die beiden Deckenkanteln sind auch über Nacht fest verleimt und bereit zum nächsten Schritt.
Erstmal muß die Unterseite gehobelt und "grob" geplant werden. Grob deswegen nur da die Feinarbeit erst nach der Innenwölbung folgt. (Geht einfacher da ja dann nur noch der Rand da ist)

Nach dem Abrichten lege ich den Zargenkranz auf die Unterseite der Decke und kopiere den Umriss ab. Mit einem Umreisser (siehe Bild)
Er läuft im Abstand von 2mm um den Zargenkranz und gewährt mir den korrekten Umriss.

Nachher wird ausgesägt und zwar ca 1mm vom Rand weg. Soviel Toleranz muß man lassen um noch feinarbeiten zu können. Später mehr dazu.


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 Betreff des Beitrags: Re: Stradivari anno 1685
BeitragVerfasst: 11.08.2012, 14:30 
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Danke Tim,
für die Einblicke in Deine Arbeitstechniken.
Mein Manko ist ganz einfach der handwerkliche Part, die diversen Schnitzwerkzeuge und besonders die niedlichen Hobelchen habe ich noch nie in den Fingern gehalten, geschweige denn bedient. Mein Plan für die erwähnte Gitarrendecken sah vor, die Form schichtweise zu fräsen und die Stufen dann mit nem Schrubbschleifer (hochtouriger Netzschrauber mit Gummischeibe und 120er Schleifplatten) zu vermitteln; da sind natürlich Deine Genauigkeiten Illusion. Ich hoffe, von Deinen angekündigten Bildern mir was abschauen zu können. Nochmals Danke für die Infos.

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Gruß

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 Betreff des Beitrags: Re: Stradivari anno 1685
BeitragVerfasst: 11.08.2012, 15:32 
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Hallo Kegid,

die Fräse arbeitet m.E viel su schnell; das Risiko, da etwas unwiderruflich zu zerstören, ist m.E. hoch.

Gerade fürs erste Mal halte ich es für empfehlenswert, auf Höhenlinien Orientierungsbohrungen zu setzen, und das dann mit einem großen Hohleisen auszustechen. Ein Runde Grobschliff mit dem Gummiteller ist schon drin; ich hatte das seinerzeit bei der Innenwölbung ebenfalls gemacht. Gerade aus dieser Erfahrung heraus würde ich allerdings wirklich dazu raten, in die Wölbungshobel zu investieren - zumindest in einen für konkave Wölbungen. Konvexe Wölbungen bekommt man mit Schleifpapier notfalls noch einigermaßen hin (Handarbeit!) - es ist aber mühsam.

Eine Vorrichtung zum Messen der Dicke der Decke benötigst Du auf jeden Fall; und auch hier lohnt der Einsatz passenden Werkzeugs gegenüber einer Bastellösung (die ich angesichts meiner knappen studentischen Haushaltskasse gewählt hatte).

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Liebe Grüße

Beate


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 Betreff des Beitrags: Re: Stradivari anno 1685
BeitragVerfasst: 11.08.2012, 17:11 
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Jo, da hat Beate recht! Vernünftiges Werkzeug erspart Kummer und Leid.

Ich habe bisher meine Wölbungen auch mit improvisierten Hilfsmitteln hinbekommen. Mit extra dafür gebauten Werkzeugen ist der Weg zum Erfolg aber oft nur halb so lang! ;-)

Kegid, wenn Du meine Meinung dazu hören willst. Mir würde im Geigenbau niemals in den Sinn kommen mit ner Fräse rumzurühren. Auch wenn ich ein beruflicher Geigenbauer wäre. Irgendwie ginge dann die Tratition verloren und davon schwindet im Moment genug - leider!
Ganz im Gegenteil, aktuell läuft bei mir Klassikradio im Hintergrund und bei einer Tasse Kaffee genieße ich jeden einzelnen Zug mit dem Hobel. Es ist die Arbeit ansich was mich fasziniert. ;-)
Irgendwann halte ich dann die fertige Geige in der Hand, höre sie spielen und erinnere mich an die schönen Momente, die ich mit jedem Einzelteil hatte!

So, genug geschwafelt - gibt noch ein paar Bilder. Sieht alles noch grobschlächtig aus. Muß ja erstmal überflüssiges Material runter.
Zuerst hab ich die spätere Deckenstärke am Rand markiert und dann grob Material abgenommen. Danach bin ich hergegangen und hab schonmal zum Rand hin gehobelt. So kommt langsam der Wölbungsansatz zum Vorschein.
Nun kann ich ganz gemütlich die Wölbung feinhobeln und zwischen den Zügen nachmessen.

Wichtig dabei ist ab jetzt nicht zu tief an den Rand zu hobeln, da ja noch der Adergraben gestochen werden muß. Also mindestens 3mm über Randniveau bleiben.


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 Betreff des Beitrags: Re: Stradivari anno 1685
BeitragVerfasst: 11.08.2012, 17:57 
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Danke, Beate für die Tips,
konvexe Wölbungen habe ich bisher in Hüllkurventechnik mittels Schweifhobel, gerader Ziehklinge und Schleifen hinbekommen auch die teilkonkaven Formen im Taillenbereich weichgeshapter Bodies (free form mit Gefühl an der Schleifwalze).
Auch wenn diese Arbeitstechnik nicht akkordgeeignet ist, reicht mir das aus. Messtechnik ist auch kein Problem - aus dem Metallbereich habe ich genügend Messuhren, Gestänge, Leisten, Platten und Vorrichtungen...
Aber auf die Spezialhobelchen hast Du mich jetzt mehr als neugierig gemacht. Danke für den Support.

@Zederndehner
Ja, Tim; irgendwie braucht man schon einen speziellen Antrieb, um sich sowas "anzutun", was für Außenstehende nur den Schluss "bekloppt" zulässt.
Mir geht es hautsächlich darum, Formen und Designs, die mir vorschweben, zu vergegenständlichen. Das betrifft allerdings nicht nur Gitarren, sondern auch völlig andere Kreationen, aus völlig anderen Materialien. Da muss man einfach fachliche Kompromisse eingehen, sonst verzettelt man sich total.
Ich kann mich sehr gut hineinversetzen in das Glücksgefühl, das einen überkommt, wenn einem etwas gut gelungen ist. Von diesen (Glücksgefühlen) wüsch ich Dir sehr viele.

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 Betreff des Beitrags: Re: Stradivari anno 1685
BeitragVerfasst: 11.08.2012, 19:06 
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So, die folgenden Bilder zeigen dann Stationen der langsam werdenden Wölbung.

Bis hierhin ist sie dann fertig. Symetrie und Radien stimmen. Morgen oder heute Nacht mach ich mich dann mit der Ziehklinge drüber und putze die Oberfläche und richte den Umriss sowie den Rand.
Das mit dem Umriss richten jetzt erst, da beim Hobeln immer mal was wegreißt - Spruce verzeiht nämlich nix!
In dem Fall ging ja alles gut und so gehts weiter! ;-)


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 Betreff des Beitrags: Re: Stradivari anno 1685
BeitragVerfasst: 12.08.2012, 14:30 
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Wenn die Wölbung nachher grob ausgehobelt ist folgen die nächsten Schritte.
Die Innenseite leicht aushobeln bis zum Rand hin um ihn zu planen. Nach dem Planen unbedingt wieder die Aussenkonturen des Zargenkranzes aufzeichnen. Die sind wichtig um die Leimstellen nicht aus Versehen zu überhobeln.

Danach den Umriss auf Maß bringen und die Ecken schonmal grob anfeilen um die Markierungen für den Adergraben aufzuzeichnen.
Und der Adergraben wird mich jetzt ne Weile beschäftigen. Bei Fichte ist das viel schwieriger als bei Ahorn. Denkt man zwar zuerst nicht da Fichte ja viel weicher ist als Ahorn. Aber das Problem ist das Fichte sich verdichten läßt. Also nur mit "Sauscharfen" Werkzeugen gelingt ein guter Schnitt. Zudem reißt Fichte extrem schnell aus und im schlimmsten Fall ist ein Abrutschen mit dem Schnitzer der Auslöser um die Decke in Bassbalken oder Stimmstöcke kleinzuschneiden!

Übrigens sind die Arbeitsschritte grob auch auf eine Archtop übertragbar! ;-)


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 Betreff des Beitrags: Re: Stradivari anno 1685
BeitragVerfasst: 12.08.2012, 15:33 
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Respekt, Kunsthandwerk vom Feinsten.

Gruss
Hans


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 Betreff des Beitrags: Re: Stradivari anno 1685
BeitragVerfasst: 12.08.2012, 16:12 
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Tim, man sieht schon eine gewisse Routine in Deiner Arbeit. So muss dat! *schulterklopf* ;) Und Dein neues Werkzeug wird dem Ergebnis sicher auch nicht abträglich sein.

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Grüße,
Avi


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