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 Betreff des Beitrags: Akustische Selmer-Tele mit PU
BeitragVerfasst: 29.12.2017, 18:03 
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Hallo,
Zwischen den Jahren habe ich wieder ein bißchen Zeit, um eine neue Gitarre anzufangen.
Es soll eine Mischung aus Bewährtem und ein paar neuen Ideen sein.
Grundsätzlich akustisch, keine Verbindung zwischen Decke und Boden. Die Form wie bei meiner zuletzt gebauten E Gitarre. Es erinnert also schon ein bißchen an eine Selmer, gekreuzt mit einer Tele. Die Decke ist aus Fichte (2,50mm), aber ohne Pliage und ohne Wölbungsradius, aber mit klassischer Selmer Bebalkung. Warum? Weil ich wissen möchte, ob der typische Gipsy Klang auch ohne Wölbung zu bekommen ist. Außerdem wird es einfacher zu bauen sein.
Die Zargen sind klassisch aus Ahorn und werden 5cm hoch. Beim Boden bin ich noch am überlegen. Ich habe mir schon aus 3 Lagen Furnier einen vorbereitet, ebenfalls ohne Wölbung aber mit klassischer Selmer Bebalkung. Mich würde es interessieren, worin der klangliche Unterschied zwischen diesem Boden, einem klassischen gewölbten Selmer Boden und einem Archtop Boden bei dieser Gitarre bestehen würde. Was meint Ihr?
Der Saitenhalter wird klassisch Gipsy, der Steg ebenfalls, vielleicht aber auch a la Archtop höhenverstellbar. Den Hals mache ich aus Nuss oder Mahagoni und er wird in einem leichten Winkel nach hinten mit dem Korpus verschraubt, Mensur 25".
Es kommt ein D Loch rein, und um sie elektrisch spielen zu können mache ich ein Schlagbrett in D Loch Form, größer als das der Gitarre, und darein kommt dann der Pick up. Eventuell probiere ich auch mal einen Big Tone aus. In die Zarge kommt noch ein Soundport, das gefällt mir einfach.
Was erwarte ich vom Klang?
Zuerst mal akustisch gipsy Sound. Mit Stahlsaiten und PU ebenfalls Gipsy Sound, der aber mehr an eine Archtop erinnert.
Was meint Ihr? Bin ich reif für die Klapse oder soll ich loslegen?
Ein bißchen losgelegt habe ich schon.....

Bin neugierig auf Eure Meinung.
Tele Tilo


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 Betreff des Beitrags: Re: Akustische Selmer-Tele mit PU
BeitragVerfasst: 29.12.2017, 18:28 
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Leg' los - reif für die Klapse sind wir hier irgendwie alle....

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 Betreff des Beitrags: Re: Akustische Selmer-Tele mit PU
BeitragVerfasst: 29.12.2017, 19:48 
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Ja, einfach loslegen!

Gruß
Markus


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 Betreff des Beitrags: Re: Akustische Selmer-Tele mit PU
BeitragVerfasst: 29.12.2017, 22:46 
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Zu einigen der genannten Begriffe habe ich keine Vorstellung. Allerdings bin ich an diesem Projekt sehr interessiert, da ich mir etwas ähnliches ('n ergonomischen Akustik-Body in teleähnlicher, völlig asymmetrischer Form) überlegt habe. Spezielle Soundvorstellungen außer einem wärmen Klang habe ich aber nicht.

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 Betreff des Beitrags: Re: Akustische Selmer-Tele mit PU
BeitragVerfasst: 30.12.2017, 17:04 
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Tele Tilo hat geschrieben:
... aber mit klassischer Selmer Bebalkung. ...

Ist damit die quer, zueinander parallel verlaufende
Bild

oder die strahlenförmige Fächer-Deckenbebalkung
Bild

gemeint?

Ferner hatte ich zusätzlich noch den Gedanken, zur Entlastung der Bebalkung eine stabile aber mit Decke und Boden nicht verbundene Strebe zwischen Hals und Saitenhalter-Befestigung einzusetzen mit dem Ziel mehr Entlastung für die Decke gegenüber Saitenzug zu erreichen und damit durch schächeres Bracing der Decke mehr Schwingfreiheit für tiefere Frequenzen zu geben. Aber das nur am Rande, damit Du siehst, dass das Anrecht auf die Klapse nicht nur Dir vorbehalten ist. 8-)

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 Betreff des Beitrags: Re: Akustische Selmer-Tele mit PU
BeitragVerfasst: 30.12.2017, 18:46 
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Hallo kegid,
Ich seh schon, wir teilen uns eine Zelle...
Den oberen Bebalkungsplan habe ich gewählt und die Balkenstärke habe ich im Verhältniss zum etwas kleineren Korpus kleiner gerechnet. Zur Zug- und Druckentlastung von Decke und Boden habe ich mal bei einer Archtop zwei Streben als Verbindung zwischen Neck- und Tailblock eingebaut. Das habe ich hier auch vor. Anbei ein Bild in dem ich das exemplarisch darstelle. Hast Du das so gemeint?
Jetzt muss ich Pause machen, es wird Zeit für die Visite und die Medikamente.....

Tele Tilo

P.S.: Die Zargen habe ich schon gebogen bekommen. War mal wieder ein tolles Erlebnis nach langer Abstinenz.


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 Betreff des Beitrags: Re: Akustische Selmer-Tele mit PU
BeitragVerfasst: 30.12.2017, 20:13 
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Tele Tilo hat geschrieben:
... Das habe ich hier auch vor. Anbei ein Bild in dem ich das exemplarisch darstelle. Hast Du das so gemeint? ...
Im Prinzip ja, aber deutlich massiver, stabiler und biegesteifer. Etwa gleichwertig mit dem Halsprofil, zusätzlich mit einem eingelassenem Carbonstab, also eine sehr steife, durchgehende Einheit zwischen Tailpiece und Headstock.
In wieweit das die akustische Fähigkeiten des Konstruktes beeinträchtigen wird bzw. wie sich das daraus ergebende Kräfte-/Spannungsbild akustisch auswirkt, kann ich nicht im entferntesten vorhersagen. Eigentlich sollten so Decke und Boden freier schwingen können.
Allerdings werde ich es sobald aber auch nicht testen können, da die Fertigstellung noch vier bzw. fünf anderer Gitarren-Projekte ansteht.

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 Betreff des Beitrags: Re: Akustische Selmer-Tele mit PU
BeitragVerfasst: 30.12.2017, 23:18 
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Etwas Ähnliches hat man zum Teil auch bei den sogenannten "Schrammelgitarren" (Kontra-Gitarren) gemacht. Da saß manchmal ein Stahlstab zwischen Hals- und Endblock.

Bild

Bin auch am überlegen, ob ich das bei meiner nächsten Akustischen so mache. An der bin ich ja schon über ein Jahr am planen... wie das aber so ist, wenn man für sich selber baut: Es kommen immer wieder neue Ideen, dafür müssen dann andere wieder gehen :lol:
Klar ist zur Zeit eigentlich nur, dass es eine handliche "Wohnzimmer-Gitarre" werden soll. Mit Nylonsaiten.

Gruß
Markus


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 Betreff des Beitrags: Re: Akustische Selmer-Tele mit PU
BeitragVerfasst: 01.01.2018, 12:30 
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Ein Stahlstab?!?! Das habe ich noch nicht gesehen. Fehlt nur noch der Beton. Das wird bei mir filigraner ausfallen.
Ein gutes neues Jahr möchte ich noch Allen wünschen. Tele Tilo


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 Betreff des Beitrags: Re: Akustische Selmer-Tele mit PU
BeitragVerfasst: 02.01.2018, 11:03 
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Es soll sogar Leute geben, die bauen Stahlstäbe in Gitarrenhälse :o

Spass beiseite, egal ob Stahl, Alu, Carbon oder Holz: Hauptsache stabil auf Druckbelastung. Und je dichter der Stab unter der Decke verläuft, desto filigraner kann er ausfallen. Sieht halt nur beim Blick durch´s Schallloch ungewöhnlich aus.

Gruß
und ein Frohes Neues Jahr!

Markus


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 Betreff des Beitrags: Re: Akustische Selmer-Tele mit PU
BeitragVerfasst: 12.02.2018, 14:09 
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Hallo,
nachdem die letzte Zeit von Arbeit geprägt war, nutze ich nun 2 freie Faschingstage um an der Gitarre weiterzumachen und um Euch auf dem laufenden zu halten. Die Zargen habe ich gebogen, den Hals- und den Endblock eingeleimt und dann die Reifchen noch eingeklebt. Vor den Reifchen habe ich noch die 2 Verstärkungs"prügel" implantiert. Auf der Unterseite musste ich sie flach schleifen, damit es ausreichend Platz zur Bodenbebalkung gibt. Nach oben brauche ich auch Platz, vor allem damit der PU noch reinpasst. Es ist schon enorm, was diese 2 Streben an Steifigkeit bringen.
Ich habe leider keine Federwaage, sonst hätte ich einen Abhebeversuch machen können. Soll heißen, den flachgelegten Zargenring am Endblock festheben und am Halsblock hochziehen. Aber das spüre ich auch so, dass das enorm viel bringt.
Deshalb überlege ich auch, ob ich die Deckenbebalkung nicht ein bischen schwächer dimensionieren soll. Denn so wie sie jetzt ist, erscheint sie mir sehr kräftig.
Was meint Ihr dazu? Wie weit kann ich gehen, gibt es irgendeine Orientierung bei Akustikdecken bezüglich der Bebalkungsstärke?
Ich freue mich auf Eure Tips. Bilder folgen.
Grüße Tele Tilo


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 Betreff des Beitrags: Re: Akustische Selmer-Tele mit PU
BeitragVerfasst: 12.02.2018, 14:14 
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Hier ist die Decke mit dem kleinen D Loch und der bisherigen Bebalkung. Ich habe bei diesem Projekt leider ein bischen schlampig gearbeitet, da entweder die Zeit immer knapp ist, oder ich meine Ideen, nachdem ich sie lange im Kopf hatte, endlich ins Holz bringen will. Ich bin so gespannt wie das Teil klingt und ob ich mit meinen Ideen richtig liege, oder ob es für einen warmen Ofen reicht....


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 Betreff des Beitrags: Re: Akustische Selmer-Tele mit PU
BeitragVerfasst: 12.02.2018, 14:23 
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Hier noch ein Bild mit der Bebalkung, jetzt besser sichtbar.


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 Betreff des Beitrags: Re: Akustische Selmer-Tele mit PU
BeitragVerfasst: 12.02.2018, 22:49 
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Interessantes Projekt!

Während einer Arbeitspause könntest Du evtl. mal versuchen, mir zu erklären, wo die Tele-Komponente dieses Projekts zu finden ist. Habe ich etwas überlesen?

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Ein Teil dieser Antworten würde die Bevölkerung verunsichern
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 Betreff des Beitrags: Re: Akustische Selmer-Tele mit PU
BeitragVerfasst: 13.02.2018, 00:08 
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Naja,
bei der prinzipiellen Body-Kontur und 5 cm Zargenhöhe lässt sich, sieht man mal von den Proportionen ab, schon 'ne gewisse Tele-Ähnlichkeit ausmachen. Die Tele ist auch ja weitgehendst von 'ner traditionellen, akustischen mit Single-Cutaway abgeleitet. Was mir an Tele-typischem fehlt, ist der eigentlich schrägere Zargenverlauf des Oberbug zum Hals hin.

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 Betreff des Beitrags: Re: Akustische Selmer-Tele mit PU
BeitragVerfasst: 13.02.2018, 18:44 
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Um das Rätsel zu lösen: ich habe auf ein größeres Stück Papier die Kontur einer Selmer und darüber die Kontur einer Tele gezeichnet. Daraus habe ich dann die optische Schnittmenge gebildet.
Die Form habe ich ja auch bei meiner Elektrogitarre verwendet. Dort kann man die Teleähnlichkeit vielleicht eher erkennen, da dort, je nach Modell, das Schlagbrett dies noch unterstützt.
Den Oberbug habe ich dann mit Absicht anders geführt, damit es nicht zu offensichtlich an eine Tele erinnert. Die Selmer sieht man eindeutiger darin, die Tele eher homöopathisch.

Wobei allein schon mein Name mich zu einer solchen Namensgebung verpflichtet....

Hat mir noch jemand einen Tip zur Bebalkung? Dicker oder dünner? Oder was bezweckt grundsätzlich die Bebalkung auf der Decke, außer der Stabilität natürlich.


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 Betreff des Beitrags: Re: Akustische Selmer-Tele mit PU
BeitragVerfasst: 14.02.2018, 12:26 
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Tele Tilo hat geschrieben:
...
Hat mir noch jemand einen Tip zur Bebalkung? Dicker oder dünner? Oder was bezweckt grundsätzlich die Bebalkung auf der Decke, außer der Stabilität natürlich.

Da solche Balken üblicherweise so gestaltet werden, dass außer der Leimfläche der Querschnitt sehr schmal gehalten wird, schließe ich, dass es auf hohe Biegesteifigkeit bei möglichst geringer Masse der Leisten ankommt. Das würde durch ein schlankes, Doppel-T-förmiges Profil (A) erreicht, ließe sich aber praktisch so konsequent nur schwer umsetzen. Anscheinend verläuft der Querschnitt solcher Leisten daher von der Leimfläche aus trapezförmig (B) und wenn's praktikabel ist, auch mit konkav gewölbter Flankenform (C).

Dateianhang:
Leistenquerschnitt.png


Soweit die einfache Logik. Es ist natürlich auch nicht auszuschließen, dass ich in meiner Ahnungslosigkeit völlig daneben liege. Vielleicht äußert sich da mal ein A-Gitarren-Erfahrener dazu.


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 Betreff des Beitrags: Re: Akustische Selmer-Tele mit PU
BeitragVerfasst: 14.02.2018, 14:06 
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jonneck hat geschrieben:
Leg' los - reif für die Klapse sind wir hier irgendwie alle....

Wollt ich gar auch schreiben.

Ich würde mir Gedanken um das Verhalten im Bass machen und versuchen, den kleineren Korpus irgendwie zu kompensieren.

Und das ist nicht so einfach - die Helmholtzresonanz des Korpus würde ein kleineres Schalloch erfordern. Aber meine Thinline-Archtop klingt deutlich besser, wenn die Fläche der Öffnungen größer ist.

Wenn die Decke beweglich werden soll, ist zudem eine Beleistung nötig, die nur dort steif ist, wo es statisch unbedingt erforderlich ist. Vielleicht wäre da sogar eine Kreuzbebalkung wie bei einigen der akustisch "runderen" Archtops sinnvoll.

Gerade kürzlich habe ich im Nachbarforum gelernt, dass man auch bei Akustikgitarren Decke beweglicher bekommt, wenn man am inneren Rand einen schmalen "Kanal" hineinbaut - ähnlich der Recurve bei einer Archtop-Decke.


Ich glaube übrigens, dass das Instrument eher nach Archtop als nach Selmer herauskommen wird. Was aber in bezug auf die Einsatzmöglichkeiten kaum nachteilig sein dürfte.

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Liebe Grüße

Beate


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BeitragVerfasst: 14.02.2018, 14:24 
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Ergänzung noch, zu den jüngeren Bildern:

Die Bebalkung ist viel zu kräftig. Die Balken sollten nur dort hoch sein, wo die Kräfte groß sind und ansonsten flach auslaufen. Nach oben hin schlanker werdende Balken kann man bauen, muss man aber nicht - die Höhe hat einen wesentlich größeren Einfluss auf die Steifigkeit: diese ändert sich mit der dritten Potenz zur Höhe, ist aber nur proportional zu Breite.

Die Leimfläche ich nicht sooo das Problem: bei einer meiner Archtops habe ich die Parallebebalkung durch 5 mm breite Zusatzbalken zu einem Fächer ergänzt. Hält gut, klingt prima, Klangbild vergleichbar mit einer einfachen Selmer (sie besitzt nur eine Sperrholzdecke).

_________________
Liebe Grüße

Beate


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 Betreff des Beitrags: Re: Akustische Selmer-Tele mit PU
BeitragVerfasst: 15.02.2018, 11:54 
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beate_r hat geschrieben:
Gerade kürzlich habe ich im Nachbarforum gelernt, dass man auch bei Akustikgitarren Decke beweglicher bekommt, wenn man am inneren Rand einen schmalen "Kanal" hineinbaut - ähnlich der Recurve bei einer Archtop-Decke.

Oder, wie bei Konzert-Gitarren und auch Steelstrings mit flacher Decke üblich, die Decke zum Rand hin dünner ausarbeiten. Das muss nicht der patentierte Kanal sein, das Jahrhunderte alte (!) Prinzip der beweglichen Decken-Aufhängung kannst du auf verschiedenste Weise umsetzen.

Zur Deckenbebalkung:
Auf den ersten Blick würde ich auch sagen, dass die Balken viel zu kräftig sind. Aber: Du baust ja ohne Wölbung, aber trotzdem Selmer-typisch mit Saitenhalter. Da wirken die Kräfte vom Steg auf die Decke völlig anders, als sonst bei flachen Decken mit aufgeleimtem Steg üblich. Du hast bei deiner Bauweise Druck von oben auf die Decke, den normalerweise die Deckenwölbung abfängt, jetzt aber die Balken aufnehmen müssen.
Deshalb bin ich bei der Bebalkung auch ein wenig ratlos.

Gruß
Markus


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 Betreff des Beitrags: Re: Akustische Selmer-Tele mit PU
BeitragVerfasst: 15.02.2018, 16:49 
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Zu diesem Thema hab ich kein wirkliches Fachwissen zu bieten, aber immerhin eine Erfahrung gemacht. Vor ein paar Jahren baute ich mal das hier. Leicht gewölbte Decke aus 8 mm Kirsche, also ein ordentliches Brett. Ohne Beleistung, weil ich dachte das hält's aus, schließlich war der Steg deutlich niedriger als bei einer Archtop und auch der Halswinkel etwas flacher. Von wegen. Nach wenigen Tagen unter Saitenspannung begann die Decke einzusacken und ich konnte das Teil nur dadurch retten, daß ich ihr eine Art Stimmstock spendierte, so wie es auch die Geigenbauer tun.
Darum denke ich auch, daß die vom Threadstarter verbaute Beleistung in dieser Stärke nicht übertrieben sein dürfte.

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No a Muggaseggele, noh basst's !

"Der Vorteil der Klugheit besteht darin, daß man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger."

Kurt Tucholsky


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 Betreff des Beitrags: Re: Akustische Selmer-Tele mit PU
BeitragVerfasst: 15.02.2018, 18:20 
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Tele Tilo hat geschrieben:
Hier noch ein Bild mit der Bebalkung, jetzt besser sichtbar.


Mal ein Versuch qualitativer Physik:

Ok, die Bebalkung muss unter der Brücke stark sein, d.h. ziemlich hoch. Sie darf zu den Rändern hin relativ rasch auslaufen, wohl etwas rascher als bei Dir (such mal nach "scalopped braces"). Die Balken, die etwas weiter von der Brücke entfernt liegen, müssen lange nicht so viel Kraft aufnehmen. Sie dürfen daher zunehmend leichter sein.

Die Längskräfte werde bei Deinem Instrument ausschließlich über die Zargen und die beiden Rundstäbe im Inneren aufgefangen. Die Deckenbalken sind da vollkommen wirkungslos.

Wenn Du mutig bist, machst Du die Bebalkung relativ schlank. Dann solltest Du aber auch darauf achten, dass man den Boden leicht abnehmen kann, um bei Bedarf Reparaturen duchführen zu können. Das würde den Verzicht auf ein Binding am Boden und die Verwendung von Knochen- oder Fischleim bedeuten. (Ein Binding nur in der Oberkante der Zargen oder ein Purfling wären wohl eine Alternative zum Binding...)

_________________
Liebe Grüße

Beate


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