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BeitragVerfasst: 05.12.2017, 09:31 
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http://www.beat.de/news/freien-fall-mus ... 72803.html

In meinem Teenageralter (1975-1980) gab es bei uns in der Gegend ein paar Bands mit denen wir mehr oder weniger konkurrierten. In einer spielte ein Bassist, der einer höheren Liga angehörte, da musste man einfach den Hut ziehen. Ich bewegte und bewege mich da immer noch auf Schülerbandniveau und er professionalisierte sich zusehends. Ich weiß nicht, ob er dann später ein Musikstudium absolvierte und wie er mit Musik seinen Lebensunterhalt verdiente, jedenfalls war er wohl Profi und mich zog es in die Welt. Über das viel gescholtene Facebook (bitte keine Reflexe, Danke) kamen wir vor Kurzem wieder zueinander, er scheint reichlich desillusioniert zu sein und verdient seine Brötchen offensichtlich nun ganz anders.

Heute teilte er einen Artikel, den ich hier mal zur Diskussion stellen möchte. Darin geht es gar nicht so sehr um das wirtschaftliche, sondern mehr um unseren Zeitgeist im Umgang mit Musik. Ich fand den Artikel lesenswert, wenn ich auch nicht alle Ansichten teile, was denkt ihr darüber? Spielt Musik(hören) keine Rolle mehr?

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Gruß
Wolfgang

>>Glaub' nicht alles was Du denkst! ;) <<


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BeitragVerfasst: 05.12.2017, 12:22 
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Hallo,

sicherlich ändert sich die Art und Weise, wie Musik konsumiert wird, genauso wie die Art der Musik selbst. Aber die ganzen Leute, die da mit ihren Kopfhörern am Bahnhof, an der Bushaltestelle oder im Stadtpark zu sehen sind, die hören doch Musik. Und viele Konzerte (zumindest hier im Münchner Raum) sind ausverkauft. Dann spielt Musik wohl schon noch eine Rolle. Ich möchte da in keine Diskussion darüber einsteigen, welches nun die "richtige" Art ist Musik zu hören. Aber selbst in dem verlinkten Bericht wird ja angesprochen, dass sich Menschen über den Soundtrack eines Filmes unterhalten, oder auch darüber, dass Helene Fischer nicht nur Atemnot hat. Also gehört Musik wohl noch zum Zeitgeist.
Der verlinkte Bericht macht mir auch Hoffnung: Wenn nur noch 6 Leute (wahrscheinlich alles Kultur-Journalisten) zum Release Event einer Techno-Scheibe kommen, dann ist dieses traurige Kapitel der Musikentwicklung vielleicht bald nur noch Geschichte ;)

Gruß

Markus

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Pfiat's Eich!


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BeitragVerfasst: 05.12.2017, 14:15 
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Ich denke, dass die Musik zwar noch eine Rolle spielt, aber nicht mehr die einer "eigenständigen" Freizeitbeschäftigung in Form von "Hinsetzen und ausschließlich Musik hören", sondern tatsächlich in den meisten Fällen nur noch Geräuschkulisse zu den vielen anderen Sachen, die man erledigen muss.
Die Wertschätzung ist meiner Meinung nach auch nicht mehr die, wie zu der Zeit, als man für 11 Songs noch 30DM oder 30Euronen hingeblättert hat und dann die Scheibe gehütet hat, damit ja kein Kratzer draufkommt. Heute genügt ein Klick und man holt sich eine neue Version, falls man seine MP3s aus Versehen mal geschrottet hat oder man bedient sich gleich bei kostenlosen Streamingdiensten. Was nix kostet ist halt auch nix wert.

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Gruß Eduard


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BeitragVerfasst: 05.12.2017, 16:37 
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Die Sache mit der Wertschätzung von Musik sehe ich ähnlich. Ich bin auch in den Siebzigern Teenager gewesen, da gab es weder PCs noch Smartphones und schon gar kein Internet. Es gab Schallplatten und die Cassette begann als Kopiermedium interessant zu werden. Eine Schallplatte war teuer, für einen Schüler waren 22,- DM eine Menge Holz. Infos zum Thema wer wann wieder eine neue Scheibe herausbrachte bekam man praktisch ausschließlich im Radio, aber auch das eher spärlich, denn Rockmusik galt in meinem ziemlich konservativ eingestellten Umfeld immer noch als "Negermusik".
Es gab noch richtige Plattenläden, die nichts anderes verkauften als Schallplatten, und auch diese dienten als Infoquelle. So kann ich mich noch gut daran erinnern, daß ich 1974 praktisch wöchentlich mit dem Moped nach Reutlingen fuhr, nur um im "Plattenlädle" in Erfahrung bringen zu wollen, ob und wann den das neue Album von Yes erscheinen würde. Als "Relayer" dann endlich da war hörte ich die Scheibe täglich mindestens fünfmal, ich kannte jeden Einsatz jedes Instruments und den Text sowieso in und auswendig. So hielt ich es fast mit jeder Platte die ich kaufte.
Gelegentlich höre ich den Vorwurf, ich sei musikalisch in den Siebzigern stehen geblieben. Diesen Vorwurf kann ich nicht zur Gänze entkräften und das will ich auch gar nicht, denn mein Musikgeschmack hat sich nicht wirklich sehr verändert. Seit ich wieder in einer Band spiele sind zwar andere Musikrichtungen dazugekommen, das "Alte" ist geblieben.
Mittlerweile hab ich zwar alles in digitaler Form, die Schallplatten lege ich aber immer noch auf. Nicht mehr täglich, auch nicht wöchentlich, aber wenn, dann genauso intensiv wie damals.
Und ich gestehe, daß es mich nicht wirklich interessiert was andere in dieser Hinsicht tun oder lassen. Warum auch? Ich gehöre nicht zu denen die sagen, "früher" sei alles besser gewesen, denn das war es nie. Für mich persönlich war es gut, doch die Zeiten sind andere, und mit ihnen die Menschen und ihre Werte. Das kann man bedauern, muß man aber nicht.

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No a Muggaseggele, noh basst's !

„Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser werden wird wenn es anders wird; aber so viel kann ich sagen, es muß anders werden, wenn es gut werden soll.“
(Georg Christoph Lichtenberg)


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BeitragVerfasst: 05.12.2017, 20:33 
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im Grunde unterschreibe ich das was meine Vorschreiber gesagt haben.
Aber: Ich habe auch zusätzlich eine ganz andere – für mich überraschende – Beobachtung gemacht.

Seit einiger Zeit spiele ich wieder in einer Band als Bassist. Das macht Spaß und die Jungs sind cool.
Ich bin mit 43 Jahren der Jüngste in der Truppe. Das Niveau ist allgemein hoch.
Die Musik ist (noch) nicht so zu 100% mein Fall, aber ich bin da durchaus hartnäckig wenn es um die musikalische Weiterbildung meiner Mitstreiter geht. :-)

Gerade diesbezüglich habe ich eine interessante Erfahrung gemacht.
Die alten Hasen sind unglaublich eingefahren im Musikhören, da hat sich die letzen 10-15 Jahre fast nix getan.
Das Wissen über Musik und die unterschiedlichen Ausprägungen, neueren Richtungen, Künstler etc ist fast überhaupt nicht vorhanden, das grenzt an Ignoranz.
Das Harte daran ist, wenn ich dann mit neueren Sachen ankomme, sind die allzu oft echt positiv überrascht.
Es scheint, als wäre keine Energie mehr vorhanden sich mit aktuelleren Sachen auseinanderzusetzen.

Übrigens haben dieses Problem auch die etablierten "alten" Bands. Zum Teil kotzen die erheblich darüber ab, dass sie immer noch genau so klingen und spielen MÜSSEN wie vor 30 Jahren, da sonst die Fans unzufrieden sind. Wo bleibt da eine musikalische Entwicklung?
Dieses Problem hat die deutliche Mehrzahl meiner (professionellen) Musiker-Freunde.

Klar, es gibt ne Menge shit da draußen, aber eben auch sehr gute Sachen.
Die verfügbare Menge ist eben mittlerweile auch inflationär. Da liegt es an jedem selbst, sich die Perlen rauszusuchen. Es ist aber sicherlich einfacher alles über eine Kamm zu scheren.
und meiner Erfahrung nach machen das junge Leute deutlich selektiver als wir das noch vor 20-30 Jahren gemacht haben.
Heut ist es eben nicht mehr nur Schwarz-Weiß, Beatles ODER Stones echt pp sondern deutlich differenzierter.
Waren/sind wir da nicht ehrlich gesagt eher oberflächliche Sturköpfe bzw Herdentiere?

Da ist uns die junge Generation einen großen Schritt voraus. Denn durch die Vielfalt wächst erfreulicher Weise auch die Nische… und das konsumieren die eben auch recht ausgiebig.

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Gruß
Uli

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BeitragVerfasst: 05.12.2017, 21:31 
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Ich habe da jetzt gerade vieles gelesen, dem ich zustimmen kann. Natürlich auch der Feststellung, dass ich "in den 70ern" (also in der Musik meiner Jugend) steckengeblieben bin.

Meine 70 sind so verlaufen, dass ich zunehmend registriert habe, dass mir die (damals) neuen Sachen immer weniger gefallen. Damals neu war einerseits der Siegeszug der Synths und andererseits Punk. Also habe ich mich anderswo umgeschaut, habe immer älteren Blues gehört und immer älteren Jazz (ok ... kein Dixieland! :-D ). Und immer mehr konzertante Klassik.

Die 80er habe ich damals als komplette Langeweile wahrgenommen. Die Musik spricht, abgesehen von wenigen Ausnahmen, noch heute nicht zu mir. Was mich damals maßlos gepestet hat, wundert mich heute nicht mehr: Die 80er waren der Beginn des format radio. Alle Sender spielten das gleiche, alle Labels produzierten das gleiche.

In den 90ern wurde es etwas besser, seit den 2000er deutlich. Aber ich habe definitiv ein Problem, heute in der Masse des Mists die Perlen zu finden :-( Manchmal sind es Zufallsfunde (hier mein Dank an den Deutschlandfunk! Die spielen kaum und nur nachts Musik, dann aber fast nur interessantes), manchmal Hinweise aus dem Freundeskreis.

Ich höre definitiv weniger Musik als früher. Dafür höre ich dieses weniger aber fokussierter. Und ich mache wieder mehr Musik :-)

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Ein Teil dieser Antworten würde die Bevölkerung verunsichern
The difference between theory and practice is in practice often bigger than in theory.
Optimumque est, ut vulgo dixere, aliena insania frui.


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BeitragVerfasst: 06.12.2017, 15:34 
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Natürlich höre ich viele alte Sachen, der größte Teil meines Konsums besteht aus 50er bis 70er Musik, das kommt schon daher, dass ich oft mit der „Besten Ehefrau von allen“ Musik höre oder die Musik als Launenheber bei der Arbeit benutze. Da eignen sich die Oldies viel besser als alles andere.

ABER
Ein Hoch auf YouTube und die Streaminganbieter!

Durch sie habe ich aber auch einige junge Musiker und Bands schätzen gelernt. Es gibt sie noch, die „Musikalische Jugend“, sie ist nicht mehr so laut und rebellisch aber durchaus intellektuell und begabt. Ich kann heute stundenlang durch YouTube surfen und es kommt keine Langeweile auf. Gestern erst saß ich mit fassungsloser Begeisterung vor dem Monitor und hörte, ganz wie früher, mit "Gänsehaut" Musik ganz junger Leute, was mich sehr zufrieden machte. Musik muss mich emotional berühren und das schaffen einige Leute von heute tatsächlich wieder, ich hätte die am liebsten adoptiert. Jedenfalls hatte ich einen schönen Abend.

(Wer wissen will wer das war:
https://www.youtube.com/watch?v=pdfdgP7P0hs
https://www.youtube.com/watch?v=rMdMEGPpJMg z.B.)

Man muss sich allerdings auch beim YouTuben selber disziplinieren, zu frühes Weiterklicken schadet dem Genuss, man muss der riesigen Auswahl widerstehen können. Manchmal kommen die großen Momente erst nach einiger Zeit.

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Gruß
Wolfgang

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BeitragVerfasst: 06.12.2017, 16:36 
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Hallo zusammen,

ich habe den Artikel nur kurz überflogen, aber mein Eindruck ist, dass der Autor sich darüber mokiert, dass immer weniger Leute SEINE Lieblingsmusik hören und das Interesse an Plattenläden und Events, wie sie vor 20 Jahren üblich waren schwindet... na ja.

Ich selber habe ja eine musikbegeisterte Tochter, die jetzt in einem Alter (13) ist, in dem sie nicht mehr auf Papi hört, wenn es um Musik geht (grummel!) andererseits kommt sie fast täglich mit neuen Bands an, von denen ich noch nie gehört habe und wo ich durchaus einige sehr interessante Neuentdeckungen darunter gemacht habe.

Klar, die meisten ihrer Klassenkameradinnen hören lieber seichten Pop à-la Helene Fischer oder ähnliches; Die Jungs dann wohl eher Testosteron-Metal und Gangster-Rap. Aber mal ehrlich: waren unsere Klassenkameraden nicht genauso drauf?

Nee, Musik ist alive and kicking. Dass die alten Vertriebsmodelle und Vermarktungsstrukturen nicht mehr so funktionieren wie Anno Tubac ist ein anderes Thema (und, wenn wir ehrlich sein wollen, auch eher ein Grund zur Freude!)

/s.

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Hört auf, vernünftig zu sein – das hier ist das Internet, benehmt euch entsprechend!


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BeitragVerfasst: 11.12.2017, 03:03 
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Das Problem mit der „professionellen“ Vermarktung ist eben,
dass immer nur stur kopiert wird was irgendwann mal irgendwie funktioniert hat.
Das ist der Tod für jegliche Kreativität und Entwicklung.
Da sitzen heute Zahlendreher und BWLer am Drücker.
Nix da RocknRoll oder Risiko.

Aber die jungen Musiker sind clever und suchen sich eigene Wege.
Das finde ich geil und unterstütz das allzu gerne.

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Gruß
Uli

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