Hallo,
da sich hier ja außer mir noch andere befinden, hole ich vielleicht die Bilddoku nach. Das Intrument ist schon älter. Als ich es gebaut habe - übrigens gleichzeitig mit dem V-Bass, gab nur einmal Dreck

- war ich noch lange nicht im Forum angemeldet.
Es begann mit einer Billigst-Deko Geige, irgendwie zusammengeschustert von chinesischen Arbeitssklaven.

Auffallend war vor allem der üble Geruch nach einem undefinierbaren Chemikalien-Cocktail. Ein Test des originalen Tons förderte Schreckliches zu Tage - es kam nicht mehr als ein ziemlich dumpfes Krächzen heraus. Jede schlecht eingestellte quäksige Schülergeige klingt im Vergleich hervorragend. Also sind keine Skrupel notwendig, die Decke aufzusägen.

Griffbrett entfernt. Es war mit schultafellackähnlicher Farbe geschwärzt. Als nächstes wird die Decke abgelöst.

Das Geheimnis des schlechten Klangs: Bassbalken in der Mitte, Stimmstock irgendwo, nur nicht dort, wo er hinsoll. Man beachte die Dimensionen der beiden Endklötze. Angesichts dieses Befundes spielte es schon keine Rolle mehr, dass auch die Furnierpresse zu heiß war und das Holz versengt hatte.
Jetzt also mit der Laubsäge die Decke aussägen.

Und die beiden Balken einleimen. Die Rundung der Oberkante hatte ich vorher von der Decke abgenommen.

Dabei natürlich noch die Endklötze anpassen.

Decke drauf, Boden ab...

... und diesen aussägen.

Jezt ist die stinkende Farbe endlich ab (und die Nacht herum). Im Hintergrund übrigens der V-Bass vor dem endgültigen Formen des Halses - eines der wenigen Bilder, das etwas vom Bau dieses Instruments zeigt.

Zusammenbau, erste klangliche Abstimmung. Die Mühe hat sich gelohnt, die Violine machte sofort Spaß.


Eine erste Schicht Schellack-Mattierung. Verwendet habe ich Clou Schellackmattierung, die ich von meinen Eltern "geerbt" hatte.

Vor diesem Bild liegen etliche Stunden Feintuning - Verbesserung der Mattierung, besseres Einpassen der Wirbel (lässt immer noch zu wünschen übrig), Steg einschneiden, Zusatzmassen am Zargenkranz gegen unerwünschte Resonanzen und auch schon erste Reparaturarbeiten wegen der problematischen Halsbefestigung.

Einen Tonabnehmer besitzt sie inzwischen auch, aber ohne Elektronik klingt sie leider doch so dünn wie meine Yamaha SV-120 [i]trotz[i] Elektronik.

Den Staub habe ich jetzt auch entfernt.