Hallo Christian ..................................... Nun das Gewicht hängt entscheidend vom Deckenmaterial, dem Bracing (Western- oder Klassikgitarre) und der Deckengröße (Gitarrengröße und Form) ab.
Mit etwas Verspätung, aber immerhin. Ich habe gerade eine Decke gebaut und auch gewogen. Hier die Daten. Stahlsaitengitarre, Form 000 mit 5mm Überstand. Deckenmaterial: Adirondack / Rotfichte. 2,8-3mm dick Balken: Jurafichte. 8x16 für die X-und Tonbalken, 6x10 für die Finger, 12x14 für den Oberbalken und 25x2,5 für die obere Traverse Stegverstärkung: Ahorn 2,5mm Ich gebe den Leisten vor dem Aufleimen schon ein Grundprofil, so dass ich danach eine quasi einbaufertige, aber unabgestimmte Decke habe. Der Klopfton lag im Bereich der Stegverstärkung zwischen Dis und E. Gewicht dieser Konstruktion 292 Gramm. Danach habe ich die Leisten nach der Siminoff Methode abgestimmt, also alle auf einen Klopfton gebracht, der auf der Tonleiter der Konzertstimmung A440 liegt. Danach lag das Gewicht der abgestimmten Decke bei 283 Gramm. Der Klopfton ist nun ziemlich genau D. Das nur zur Info. Ob´s gut wird zeigt sich in 8 Wochen. Munterbleiben Christian
Spitze! Mit so detaillierten Angaben hatte ich eigentlich nicht gerechnet. Das bestätigt mich in meinem Vorhaben, die erste Decke (5 Schichten) mit ca. 300g einzusetzten. Ich hatte mich zunächst nicht getraut, weil ich beim Klopftest nicht die 190Hz erreicht hatte.
Aber so wie ich das sehe, kommt wohl auch mit Dis und E ein gutes Ergebnis raus. Damit werde ich zunächst kein Bracing einsetzten. Da ich die Decke auf der Versuchsgitarre umlaufend verschraube kann ich nachträglich ja Änderungen einbringen - so lange bis alles passt.
Die 300g Decke hat einen wunderbaren Eigenklang - irgendwie mehr Richtung Glocke mit verschiedenen Obertönen. Was bin ich gespannt!
Wenn ich nur endlich den blöden Koffer fertigbekommen würde......
Danach habe ich die Leisten nach der Siminoff Methode abgestimmt, also alle auf einen Klopfton gebracht, der auf der Tonleiter der Konzertstimmung A440 liegt. Danach lag das Gewicht der abgestimmten Decke bei 283 Gramm
ach ja, hätt ich fast vergessen.
Kannst Du mir grob beschreiben wie das mit dieser Siminoff Methode geht?
Kannst Du mir grob beschreiben wie das mit dieser Siminoff Methode geht? Ich gelobe auch ewige Dankbarkeit!!
Gruß
Christian
So ganz grob! Jeder Balken auf der Decke wird auf eine Frequenz abgestimmt, die auf der reinen Tonleiter liegt, die auf dem Kammerton A=440Hz liegt. So z.B die oberen Enden der X Balken auf C und die unteren auf F. Wenn man eine kleinere Gitarre mit X-Bracings hat könnte das dann auch durchaus ein Cis bzw Fis sein. Wichtig ist, dass man keine Komponenten hat, die nur wenig in der Abstimmung auseinanderliegen. Z.B. ein C/261,62Hz und ein C+/268Hz. Dadurch können dann Schwebungen, Auslöschungen, Wolftöne und andere unerwünschte Effekte entstehen. Darüber gibts ein schönes Buch mit DVD, welches verständlich und nachvollziehbar dieses Thema entmystifiziert. Wenn man Englisch kann. http://www.siminoff.net/parts/
das kann ja wirklich in eine Wissenschaft ausarten. Macht mich aber neugierig! Ich werd mir das Buch besorgen. Man lernt halt immer wieder was dazu, aber grad das macht dieses Hobby auch so spannend!
nachdem ich wieder mal im Internet geschmökert habe, bin ich auf die Seite von Deerbridge gekommen. Professionell gemacht, und sehr schöne Gitarren.
Insbesondere der u-tube link mit Herrmann Bieber hat mir sehr gut gefallen. Countryblues ala Chris Jones - stark. Und die Gitarre klingt traumhaft.
Ich hab daraufhin mit Martin Wieland telefoniert, und daraus wurde dann ein halbstündiges Gespräch. Herrlich, wenn man durch die umfangreichen Informationen sein Wissen erweitern kann, und so manches klarer wird.
Einen Fehler konnten wir dabei schon ausmachen. Die Brücke hatte ich auf Leichtbau getrimmt (16g). Damit ich das Gewicht erreichen konnte, wurde mit Epoxid-Schaumtreibmittel gearbeitet.
Der Knochen sitzt zwar bombenfest zwischen den beiden CFK Lagen, aber anscheinend ist gerade das "Luftpolster" der Epoxidbläschen dafür verantwortlich, daß die Schallübertragung nicht optimal ist.
Ich habe daher heute damit begonnen, eine neue Brücke zu bauen. Die Brücke wird zu 100% aus CFK Gewebe angefertigt, also keine Luftbläschen und deutlich schwerer. Seine Brücken wiegen so um die 26 Gramm. Ich werde die Brücke auf ca. 30g auslegen, da die Decke eh schon sehr leicht ist. Die zusätzliche Masse wird zwar die Lautstärke etwas verringern, aber das Sustain nochmals verbessern.
Wird zwar nicht einfach, die alte Brücke zu entfernen, aber das krieg ich schon geregelt.
Am nächsten Freitag bin ich bei Martin, dann kann ich mal mein Baby vorstellen. Bin schon gespannt, welche Optimierungstips dann noch kommen. Martin, nochmals Danke für deine Hilfe und die guten Ratschläge!
Jetzt hat`s mich wieder vollends erwischt - motiviert bis in die (verbliebenen) Haarspitzen.
Hallo Christian, dann grüß ihn mal schön, den Martin. Wir beide haben das selbe Fable für Steelstrings mit 12-Bundhals. Eventuell kriege ich demnächst eine Gitarre aus seiner Werkstatt zu Gesicht und an die Ohren. Gruß Christian
Über`s Wochenende hat sich wieder etwas getan. Nach dem Tip von Martin war zunächst eine neue Brücke dran. Nachdem die erste Lage laminiert und ausgehärtet ist, werden die inneren Lagen einlaminiert.
Obwohl ich ein 300g Gewebe verwendet hatte, mußte ich ca. 20 Lagen einlaminieren. Die Brücke ist ca. 10mm hoch.
Dann alles in den Vakuumsack und aushärten lassen. Nach dem Außenbeschnitt und feinschleifen ist der Ausschnitt für den Stegknochen angerissen worden (Kompensation 4,7mm).
Dabei hat sich wieder mal gezeigt wie "materialmordend" CFK ist. Für die ca. 150mm Schnittlänge waren 3 Sägeblätter nötig.
Die Brücke wiegt ohne die Saiten-Bohrungen 39g. Ganz schön schwer, aber dafür ist die Decke sehr leicht (217g). => Sustain ohne Ende??!! Mal sehen was Martin dazu sagt.
Ansonsten wurden beide Kofferhälften für`s lackieren feingeschliffen und die Negativform für das Griffbrett der 12er angefertigt. Ist doch deutlich breiter als das der 6er im Vergleich.
Gruß
Christian
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heute war das Griffbrett der 12er dran. Da ich bei der ersten CFK Gitarre eindeutig zu viel Material verbaut habe (sicher ist sicher), wurden hier nur 3 Lagen CFK eingesetzt. Der Rest wird aus e-Glas. Danach wieder der übliche Ablauf - Abreißgewebe, Vakuumsack, Aushärten, Entformen...
Damit werde ich auch nicht mehr die Probleme beim schneiden der Bundschlitze bekommen.
Ansonsten ist noch die Nut für den Stegknochen ausgegossen worden. Dazu wird das Aluformstück eingegoßen. Damit die Nut auch rechtwinklig zur Brücke steht, wurde die Brücke zum aushärten exakt im Winkel eingespannt.
Wenn später das Aluformstück entnommen wird hat man eine 100%ige Passung für den Knochen.
Gruß
Christian
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Klappe, Brücke die 2te. Das Alufüllstück ist entformt und die Brücke vollständig verschliffen. Danach wurden die Bohrungen zur Saitendurchführung gebohrt.
Um die Endpins der Saiten sauber aufzunehmen, und um noch etwas Gewicht zu sparen, hab ich die Löcher auf 5mm Durchmesser ca. 4mm tief aufgebohrt.
Jetzt liegen die Endpins sauber in den Bohrungen. Da die Brücke jetzt aus 100% CFK besteht, wird es auch keine Festigkeitsprobleme damit geben.
Tja, dann noch lackieren und polieren. Nach dem Besuch von Martin am Freitag werde ich die alte Brücke abnehmen und das Teil aufkleben. Bin schon gespannt wie sich das auswirkt.
Gruß
Christian
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heute war ich bei Martin in Hersbruck. Der Besuch einer Gitarrenbau-Werkstatt ist für mich immer etwas besonderes. Schablonen, Biegevorrichtungen, jede Menge Decken, Perlmutt Inlays, Zargen, Häse......einfach herrlich.
Martin hat dann die CFK Gitarre getestet. Erst wenn man die Gitarre als Zuhörer erlebt, kann man sich einen umfassenden Eindruck über den Klang verschaffen. Ich denke Martin wird dazu seine Eindrücke im Forum beschreiben.
Bei der E Saite ist eine Abdämpfung hörbar. Auf Drop D gestimmt ist das Sustain ganz normal. Martin ist auch der Meinung, daß ich die schwere Brücke aus Vollmaterial einsetzten soll. Damit wird sich dieses Phänomen beseitigen lassen. Das wird auch Auswirkungen auf die Höhen haben. Mal testen. Er hat mir auch erklärt, welche Möglichkeiten es gibt, die Bässe und Höhen zu verändern (Bebalkung, Masse).
Tja, und dann hatte ich noch ein Aha Erlebnis. Ich war bislang der Meinung, daß der Piezoabnehmer in einer halbrunden Nut liegen muß. Martin hat diese halbrunde Ausführung an der Voll-CFK Brücke bemerkt und mich darauf hingewiesen. Jetzt verstehe ich auch, warum der Klang im verstärkten Zustand unausgewogen war. Der Piezoabnehmer lag nur mit seinem äußeren Rand in der Stegnut auf.
Oh Mann, eine Brücke und 2 Fehler - ich hab noch einiges zu lernen. Martin meint, daß sich damit auch der Klang im unplugged Zustand nochmals verbessern wird.
Den halbrunden Radius hab ich gleich heute noch geändert (CFK-Rovings eingelegt und mit Aluformstück aushärten lassen).
Ich durfte auch mal eine 12er und eine 14er testen. Martin hat mir dabei erklärt, wie Deckenmasse und Grundton / Obertöne zusammenhängen. Das ist richtig spannend. Ich kann es kaum erwarten, die Versuchsgitarre aufzubauen, und das neu erworbene Wissen mit unterschiedlichen Deckenkonzepten zu testen. So edle Gitarren und jede mit einem eigenständigen, wunderbaren Klangbild.
Martin, nochmals herzlichen Dank für deine vielen guten Ratschläge und Tipps. Das ist keineswegs selbstverständlich, und spricht für dein offenen Wesen und deinen Charakter.
Ich freu mich schon jetzt darauf, wenn ich Dir mal die 12er vorstellen kann.
Danke!
Christian
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nach dem Besuch bei Martin war jetzt die Brücke dran. Erstmal alles abkleben und dann schweren Herzens die Flex bemüht. Mit Fächerscheibe und viel Gefühl hab ich mich dann millimeterweise vorgearbeitet.
Auf den Bildern ist sehr gut der Epoxidschaum zu erkennen. Damit wurde das Teil zwar sehr leicht (16g) und stabil, aber die Klangübertragung ist halt nicht so ideal.
Da die oberste CFK Lage der Decke nur 0,2mm stark ist, hätte bereits eine minimale Beschädigung fatale Auswirkungen. Nach den 0,2mm kommt bereits das 0,5er Birkenfurnier.
Hat aber alles bestens geklappt, die letzten 0,5mm der alten Brücke dann mit Schleifklotz von Hand. Danach die neue Brücke aufgeklebet und exakt ausgerichtet.
Wenn das Teil ausgehärtet ist werd ich die Decke feinschleifen und nochmals lackieren.
Bin schon sehr gespannt, wie dadurch der Klang beeinflußt wird. Nachdem die Masse deutlich angehoben wurde (39g) und auch die Stegnut jetzt eine exakt plane Auflagefläche für den Piezoabnehmer hat, sollte sich da im plugged Betrieb einiges tun.
Parallel konnt ich an dem Korpus für die 12er arbeiten. Der wurde aus 4 Lagen CFK (innen Hybridgewebe) aufgebaut. Dann über Nacht in den Vakuumsack, und heute wurde entformt.
Den äußerern Rand habe ich anschließend nochmals verstärkt - der härtet jetzt aus.
Dieser überstehende Rand wir später der Flansch für die Schraubverbindung. Damit möchte ich die unterschiedlichen Deckenkonzepte testen.
Morgen geht`s weiter!
Gruß
Christian
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Fächerscheibe *schluck* ich erinner mich dunkel an mich, die fächerscheibe und den segelflugzeugwartlehrgang.... gab ein bööößes loch... Aber so langsam bekomm ich echt lust auch sowas zu versuchen... wenn die e-gitarre fertig ist evtl.
warum hast du eigentlich die decke unsymetrisch aufgebaut, also oben nur eine lage und unter dem furnier 3?