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Gearbuilder-Forum    Saiteninstrumente    Akustische Instrumente  ›  Kohlefaser Gitarre Moderatoren: capricky, jhgitarren, zoom, laidback
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Kohlefaser Gitarre  Dieses Thema wurde bisher 57,401 mal gelesen. ausdrucken
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Stef
30 August 2008, 08:54 Diesen Beitrag einem Moderator melden

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Ausser Arbeit wird das wohl nix bringen - oder was denkt ihr?


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Christian Grassmann
30 August 2008, 20:11 Diesen Beitrag einem Moderator melden

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Ich glaube auch, daß eine etwas rauhe Oberfläche auf der Innenseite besser ist als eine spiegelglatte. Mal schaun was noch für Rückmeldungen kommen.

Gruß

Christian
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Christian Grassmann
10 September 2008, 21:11 Diesen Beitrag einem Moderator melden

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....nach 7 Schichten Klarlack und jeder Menge Polierarbeit glänzt der Korpus  so richtig.

Morgen bin ich bei Andreas Rall, um die noch fehlenden Teile (Mechaniken, Endpin, Stegeinlage...) zu besorgen.

Gruß

Christian



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Christian Grassmann
12 September 2008, 09:21 Diesen Beitrag einem Moderator melden

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Hallo zusammen,

gestern war ich mit den Teilen bei Andreas Rall. Andreas hat sich sehr viel Zeit genommen, die Decke zu überprüfen, und jede Menge an wertvollen Informationen gegeben.

Nachem ich endlich mal verschiedene Decken in Händen halten konnte und ein bißchen Gefühl für das "Pumpen" der Decke durch die Anregung der Saiten und die Funktion vermittelt bekommen habe, kann ich mir ein klareres Bild über die nächsten Schritte machen.

Die Decke ist momentan noch zu steif. Da ich einen voluminösen und baßreichen Klang haben möchte, muß die Steifigkeit etwas zurückgenommen werden. Dazu werde ich die Balken in bestimmten Bereichen deutlich in der Höhe verringern.

Ebenfalls werden die Ausläufe der Balken wirklich auf "0" geschliffen, und die Steifigkeit der Deckenabstimmung nach Auflegen auf den Korpus nochmals gemessen.

Knochen, Pins, Stecker und diverse Kleinteile konnte ich gleich mitnehmen. Als Mechanik werde ich die Schaller M6 einsetzten.

Hilfreich war auch der Tipp über die richtige Position des Knochens der Brücke durch provisorisches Aufspannen der beiden E/e Saiten und Kontrolle über die Oktavtöne 12er Bund. Durch Verschieben des Brücke kann die ideale Position einfach ermittelt werden.

Es gibt wieder viel zu tun, und der Besuch hat mich nochmals motiviert, möglichst bald zu einem Ergebnis zu kommen.

Andreas, nochmals herzlichen Dank für die Zeit, die praktische Unterweisung und die Vermittlung eines neuen Blickwinkels!

Gruß

Christian

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damndan
12 September 2008, 10:29 Diesen Beitrag einem Moderator melden

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Der Hochglanz-Kohlefaserlook ist richtig cool
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Christian Grassmann
14 September 2008, 19:39 Diesen Beitrag einem Moderator melden

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Hallo,

nahezu alle Balken wurden nochmals überarbeitet. Die Höhe der Balken ist um ca. 30% verringert worden. Damit ist die Decke deutlich weicher und kann gut arbeiten - und ist hoffentlich noch stabil genug.

Danach kam die "Hochzeit", oder wie sagt der Gitarrenbauer dazu, wenn Korpus und Decke verbunden werden? Dabei habe ich das Epoxidharz wieder mit gemahlerner Kohlefaser und Baumwollfaserflocken thixotroper eingestellt. Über diese "pastöse" Einstellung läßt sich die Decke hervorragend verkleben. Kleinere Spalte werden damit bestens verschlossen.

Während des Aushärtens hab ich die Schlitze im Griffbrett angerissen und mit einer Feinsäge geschnitten, da ich den Proxxon-Schleifer wegen zu großem Lagerspiels nicht einsetzen wollte.

Nach 3 Schnitten waren die inneren Zähne der Säge (zwischen den Schrauben des Tiefenanschlags) um ca. 20% kürzer. Ich hab dann den Tiefenanschlag entfernt und mit den restlichen "Zähnen" weitergesägt. Mit dem Schleifklotz als Anschlag kann man sehr exakt arbeiten aber Kohle ist halt doch etwas abrasiver als Holz.

Dann noch die Löcher für die Einlagen gebohrt und das Griffbrett auf Maß geschliffen - Breite am Steg 42,5mm.

Morgen hol ich mir eine neue Feinsäge für die Restarbeiten.

Gruß

Christian



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Otzelpeitz
14 September 2008, 21:28 Diesen Beitrag einem Moderator melden

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Danach kam die "Hochzeit", oder wie sagt der Gitarrenbauer dazu, wenn Korpus und Decke verbunden werden?


Schachtel zu

Ernsthaft: Tolle Arbeit!
Hab ich das richtig verstanden: Du hast eine Säge für das Griffbrett verschlissen? Das ist ja Wahnsinn! Da würde ich mir über eine andere Möglichkeit des Gedanken machen, um die Bundschlitze einzuarbeiten.
Keine Ahnung wie, vielleicht mit nem Diamandsägeblatt auf einer Minikreissäge oder so...



Grüße

Joachim
Gitarren in Arbeit

Einer der großen zeitgenössischen Philosophen sagte einst: "I know the human being and fish can coexist peacefully"  
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Christian Grassmann
16 September 2008, 19:52 Diesen Beitrag einem Moderator melden

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Hallo zusammen,

als nächstes hab ich die Decke mit dem Korpus verschliffen. Da ich diese Arbeiten nur von Hand und ohne Maschinen ausführe, hat das etwas länger gedauert. Die Materialstärke beträgt halt max. 1mm, und mit einer handgeführten Maschine ist mir das Risiko zu groß. Außerdem könnte der Randbereich ausfransen.

In das Griffbrett sind die Dots aus Abalone eingeklebt. Ich hab diese absichtlich 1mm tiefer gesetzt und mit Epoxidharz aufgefüllt. Damit kommt noch etwas mehr Tiefenwirkung. Nach dem Aushärten schleife ich das überstehende Harz weg und poliere diesen Bereich.

Die Stege mußte ich nochmal nacharbeiten. Normalerweise sollen die 3-eckigen Erhöhungen den Steg fest im Holz verankern. Das geht aber nur, wenn das Material auch etwas nachgibt. CFK läßt sich dazu nicht überreden. Daher hab ich mit dem Dremel diese Erhöhungen wegeschliffen. Hat ausserdem den Vorteil, daß durch die rauhe Oberfläche eine sichere Verklebung möglich wird.

Morgen schneide ich die Stege auf Maß. Danach werd ich diese einkleben.

Gruß

Christian

PS: es freut mich sehr, wenn euch dieser Baubericht gefällt, und daß trotz des umstrittenen Materials und einer völlig anderen Technologie so viel Interesse besteht!



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damndan
16 September 2008, 23:19 Diesen Beitrag einem Moderator melden

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PS: es freut mich sehr, wenn euch dieser Baubericht gefällt, und daß trotz des umstrittenen Materials und einer völlig anderen Technologie so viel Interesse besteht!


Wir (bzw. ich auf jeden Fall) freuen uns immer wenn jemand etwas anderes versucht als alteingesessene Vorgehensweisen.
Kohlefaser, Glasfaser, Basaltfaserm Epoxyd, etx sind nun mal State-of-the-art - Materialien und in Sachen Stabilität und Haltbarkeit so viel höherentwickelt als ältere Werkstoffe, dass man auch Spezialist im Verarbeiten sein muss.
Eine derartige Verarbeitungsqualität wie sie Deine Kohlefasergitarre bisher an den Tag legt, habe ich bisher nur bei einem britischen Spezialisten für Kohlefaser-Celli gesehen.
Kurzum: wir sind alle beeindruckt

P.S.: Was hat Andreas eigentlich zum Thema "Deckenmasse" gesagt?
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Christian Grassmann
17 September 2008, 06:19 Diesen Beitrag einem Moderator melden

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hallo damndan,

das Deckengewicht mit ca. 210g war seines Erachtens o.k.

Die Decke war halt insgesamt zu steif, das ist jetzt geändert.

Übrigens meine ich mit den "Stegen" natürlich die Bünde und Bundschlitze - aber das habt ihr sicherlich bemerkt.

Gruß

Christian
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capricky
17 September 2008, 06:57 Diesen Beitrag einem Moderator melden

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Übrigens meine ich mit den "Stegen" natürlich die Bünde und Bundschlitze - aber das habt ihr sicherlich bemerkt.


Nee, ich sitze in diesem Kino mit vor Staunen offenem Mund und merke gar nichts mehr!  

capricky
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chimaere
17 September 2008, 09:20 Diesen Beitrag einem Moderator melden

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Ohh man, die ganze Arbeit ist zutiefst beeindruckend.
und dann dieses Kohlefasergriffbrett!! ...das ist doch mal ne Marktlücke.


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Christian Grassmann
17 September 2008, 21:21 Diesen Beitrag einem Moderator melden

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Hallo,

heute hab ich mich intensiv mit dem Griffbrett befasst. Das überstehende Harz wurde von den Abalone Einlagen abgeschliffen und die Bohrungen für die seitlichen Dots eingebracht. Dots mit Sekundenkleber eingeklebt und verschliffen.

Danach habe ich aus dem 12" Schleifklotz und dem Schraubstock eine Bundpresse gemacht. Hat auch prima funktioniert. Doch leider hat sich nach dem Einpressen aller Bünde das Griffbrett um ca. 10mm nach oben durchgebogen.

Die Ursache waren zu schmale Schlitze. Also nochmal alle Bünde raus und die Schlitze auf 0,7mm aufgesägt. Danach konnten die Bünde spielfrei eingesetzt und mit Epoxidharz eingeklebt werden.

Dann hab ich noch mit der Meisterform für die Brücke begonnen. Ist aus Hart PVC, mit Harz überzogen.

Gruß

Christian



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chimaere
18 September 2008, 09:42 Diesen Beitrag einem Moderator melden

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Danach konnten die Bünde spielfrei eingesetzt und mit Epoxidharz eingeklebt werden.


Meinst Du, dass das ein gute Idee war? ich kann mir vorstellen, dass es sehr schwierig wird,
die wieder raus zu bekommen, falls mal ein Bundwechsel ansteht.


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Christian Grassmann
18 September 2008, 11:02 Diesen Beitrag einem Moderator melden

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Hallo Chimaere,

das war mir schon klar, einfach wird das nicht. Bei Bedarf ziehe ich die Teile mit einem Abzieher aus dem Griffbrett. Falls dabei die Oberfläche beschädigt wird, kann ich diese mit einer neuen Lage CFK laminieren. Ist halt ein größerer Aufwand, aber funktioniert auch.

Gruß

Christian
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