Natürlich hat eine Hohlkörpergitarre durch die freie Decke einen anderen Klang. Es sind in diesem Fall nicht nur die Saiten, die sich über den Magneten bewegen, sondern noch die Auf- und Abwärtsbewegung der Magnete durch die Energieübertragung auf die Decke. Das hat man durch die Verwendung von Sperrhölzern etwas einschränken können....und durch diesen Sustain-Block vollständig eliminieren können. Die Elektrifizierung der Gitarren steckte damals noch in den Kinderschuhen. Jedenfalls hat sich damals vieles parallel entwickelt...und ich wage zu bezweifeln, dass alle genau wussten was sie da taten, .........siehe diverse Fehlentwicklungen.......
Danelectro hat versucht günstige Gitarren zu bauen. Sie haben nicht versucht durch die Bauweise speziell klingende Instrumente zu entwickeln, um den Musikern hier eine besondere klangliche Nische zu bieten, die erst später besonderer Wertschätzung zugegolten werden sollte......
Design ist auch immer wieder ein grosser Faktor, der natürlich auch Auswirkungen auf die Konstruktion, den Klang, die Mode und Mythos haben kann.........
Tradition ist noch ein Faktor.......also die Übernahme der Designelemente der dicken Jazzgitarren um den konservativen Musikern den Zugang zu den neuen Gitarren zu erleichtern
erst viel später versuchten die "Kenner" diese ganze Flut der damals neuen Gitarren der 50er u. 60er Jahre klanglich aufzudröseln,.......was soll man auch sonst tun wenn der Markt nur noch von Wiederholungen lebt.......die Les Pauls wurden wieder gebaut, weil die Nachfrage stieg und nicht weil sie so toll klangen
edit:
manch einer wusste sich zu helfen, indem er seine Hollowbody mit Watte ausstopfte
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@laidback Ich danke Dir für diesen tollen Beitrag, eine wirklich gute Analyse und Beschreibung! Das meine ich ohne jegliche Ironie und Sarkasmus, die sich, wie man vielleicht erkennen konnte, in meinen letzten posts breitmachten, aber vielleicht war es ja auch schon Verzweiflung
Es ist aber auch wirklich schwer alles ganz nüchtern zu sehen........gerade in der Beziehung Gitarrenbau, Hobby und Sammelleidenschaft als Steckenpferd.......
@capricky
danke für diese Worte vom grossen Moderator ich werde nun alles wichtige stehen und liegen lassen und mir eine Urkunde anfertigen. Ich platziere sie direkt neben den Jagdtrophäen....... (z)erlegtes, vintage, Gitarrengehörn....an der Wand
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Falls die Anzahl der typisch akustischen Einflüsse, die ein elektromagnetischer PU umsetzen kann, ziemlich begrenzt ist: Könnte man dann eine Solidbody wie eine Semihollow klingen lassen, indem man z.B. eine Filterung einbaut, die bei einem Impuls die ersten Millisekunden (Anschlag) verstärkt und anschließend das Sustain absenkt, oder gehörten doch noch mehr Parameter dazu (Obertöne, Verzerrungen, Rauschen, etc.)? Und: Kann man elektromagnetisch und piezoelektrisch Abgenommenenes einer Semihollow (sinnvoll, wohlklingend) mixen, so daß ein elektrischer Grundsound eine "echte" hölzern-akustische Note hinzugefügt bekommt? Oder könnte man sogar dreifach - elektro-piezo-mikro - abnehmen und das (wohlklingend) mixen? Gibts da Soundbeispiele?
Tut mir leid Geli, ich muss Dir widersprechen. Die ES335 mit Block hatte 3,8 kg, eine hohle Gretsch Tenessee Rose 4 Kg. Also so eine schwingende Luftsäule bringt auch ganz schön was auf die Waage
capricky
Ist doch kein Widerspruch. Ich bau nur kleine Hollowbody, damit die auch noch innen Telekoffer passen ES335 und Gretsch Tennesse sind halt groß, für große Angeberportemonnaies oder Leuts, die so groß sind, dass sie sich mit kleinen Gitten vorm Spiegel komisch vorkommen
Abba im Ernst, ich hab tatsächlich keine Ahnung, was da nun schwingt oder dämpft und ich pack meine Umrissschablonen tatsächlich erstmal innen Koffer, bevor ich das Holz säge, bin eben hoffnungslos pragmatisch, glaub aber nicht, dass meine Gitarren viel anders klingen würden, wenn sie ein bisschen größer wären. Die Semiakustiks sind auch bestimmt nicht aus klanglichen Überlegungen "erfunden" worden, sondern das hat sich historisch einfach so ergeben. Erst akustische Gitten, dann Semiakustiks wegen Feedbackünterdrückung (was wohl auch klangliche Überlegungen waren, aber nicht in dem hier gemeintem Sinn), dann Brettgitarren, einfach weils funktionierte und man damit noch lauter sein konnte. Ich glaub auch nicht, dass sich Herr Fender oder vor ihm die Lapsteelbauer Gedanken darüber gemacht haben, was da wie schwingt oder auch nicht schwingt.
Geli, Ich stimme Dir in allem zu, nur in einem muss ich wieder widersprechen -
Zitierter Text
ES335 und Gretsch Tennesse sind halt groß, für große Angeberportemonnaies oder Leuts, die so groß sind, dass sie sich mit kleinen Gitten vorm Spiegel komisch vorkommen
Nee, schüchterne Rocker können sich dahinter gut vor dem Publikum verstecken, auch bieten sie einen hervorragenden Schutz gegen zufällig vorbeifliegende Biergläser, Coladosen und andere Lebensmittel
Kollegen, es muss doch nicht sein, dass ein Thema ständig mit meinetwegen amüsanten, aber zur Diskussion nicht viel beitragenden Postings überschwemmt wird... Mal ist das ja völlig in Ordnung, mache ich auch, aber die Mehrheit der Postings im Thema sollte schon zu diesem beitragen.
und durch diesen Sustain-Block vollständig eliminieren können.
Das Fazit wäre also, dass sich eine Semiakustik mit Sustainblock von einer ansonsten baugleichen Solidbody im Klang nicht wirklich unterscheidet, da die Decke nicht mehr wirklich schwingen kann? Ich war eigentlich immer der Meinung, dass diese einen etwas anderen Klang hätten...
capricky, das klingt so, als hättest Du nie hinter einer chicken fence gespielt
Nee, ich gehöre ja auch noch zu der etwas tapferen Generation. Wirklich wichtige Organe in der Körpermitte sind zur Not ja auch schon mit einer Ukulele abgedeckt
Ich war eigentlich immer der Meinung, dass diese einen etwas anderen Klang hätten...
Haben sie ja auch, gegenüber den ganz hohlen mehr als gegenüber den soliden.....also wenn man Gitarren mit etwa gleicher Tonabnehmerbestückung vergleicht.......der Konstruktion liegt aber mehr eine Feedbackeliminierung gekoppelt mit damals neuem Doublecutdesign als eine Klangoptimierung zu Grunde.
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Nee, ich gehöre ja auch noch zu der etwas tapferen Generation. Wirklich wichtige Organe in der Körpermitte sind zur Not ja auch schon mit einer Ukulele abgedeckt
Der Rick Nielson von Cheap Trick scheint mit seinen Multiple-Hals-Gitarren ein ganz besonderer Angsthase zu sein
....ach ja....aus den von capricky genannten Gründen nehmen viele Gitarristen ihre Instrumente auch mit ins Bett
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Ich meinte jetzt im Vergleich zu den Solidbodys, nicht zu den ganz hohlen. Aber wodurch entsteht der Unterschied zwischen einer Solidbody und einer hohlen mit Sustainblock, wenn die Decke bei der nicht in dem Maße mitschwingen kann?