Und wieder ein neues Instrument in der Bauphase. Nachdem die Bouzouki noch in der Lackierphase ist, möchte ich mir dieses Mal eine Halbakustik im Stil der ES 335 & co bauen.
Allerdings mit einer ganz erheblichen Reihe von Abweichungen, als da wären: -Kein gebogenes Sperrholz, sondern geschnitztes Massivholz -Aus dem Vollen gefräster Mittelteil anstatt gebogenen Zargen+Sustainblock -Keine TOM -Trapezsaitenhalter statt üblichem Stop-Saitenhalter -Mini-Humbucker -Komplett andere Schaltung -E-Fach -Keine F-Löcher -Körper-Shaping an der linken Taillenseite -Kein dezentes Riegelahorn oder so, diesmal haue ich richtig auf den Putz!
Um die Sache noch auf die Spitze zu treiben, habe ich mir vorgenommen, so günstig wie nur irgendwie möglich einzukaufen und nur wenige, günstig erworbene Werkzeuge einzusetzen. Ich erhoffe mir davon, die irrsinnigen Preisvorstellungen, welche sich teils etabliert haben und auch hier bei den Gearbuildern manchmal spürbar sind, zu realtivieren. ("Ich möchte mir bald ein Instrument bauen. Hab mal überschlagen: 1000€ Materialkosten") Dabei gehe ich aber nicht nach dem Geiz-Prinzip, sondern kaufe nur Dinge, welche gut beziehbar und von guter Qualität sind. Im Sinne des Forums (und der professionellen Instrumentenbauer/-Restauratioren hier) will ich aber keinen Preiskampf losschlagen. Ich denke, jeder hier hat Verständnis für ihren Stundenlohn und demnach auch für ihre Preise. Ich habe grossen Respekt vor dem Beruf und werde lange nicht so effizient arbeiten können.
Ich habe das Abachi verleimt und abgerichtet. Dann habe ich eine ES335 mittig plaziert um die Aussenkonturen aufzuzeichnen. Dann alles per Stichsäge ausgeschnitten und die Seiten mit einem Schleifaufsatz für die Bohrmaschine in den rechten Winkel gebracht. Dazu einfach die Maschine in den Bohrständer und das Abachi vorsichtig entlangführen. Die Hohlkammern ebenfalls mit der Stichsäge grob aussägen. Dann habe ich aber die Oberfräse benutzt, um die Innenwände auf die richtige Dicke zu bringen.
Bisheriges Resume: Abachi ist sehr leicht. So leicht, dass ich zuerst an Balsa dachte, als ich es in die Hand nahm. Dvon sollte man sich aber nicht täuschen lassen. Es ist überraschend steif, wie mein Schreiner es mir an einer 20x20x1000mm-Latte demonstrierte. Es lässt sich schneller hobeln, schleifen, sägen und fräsen als jedes andere Holz, das ich bisher hatte. Es ist fast weiss, hat eine dezente Maserung, die mich schon an anderes Tropenholz erinnert, und lässt sich beizen als wäre es Papier.
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Decke und Boden der Sandwichkonstruktion werde ich je einteilig ausführen. Nicht nur, dass das Makore viel zu schön ist, um es noch spiegeln zu müssen, es sieht durch die "Strandwellenmaserung" mit gleichem Richtungsverlauf auch anders aus als alles, was ich je im Laden oder auf Customshop-Seiten gesehen habe.
Da ich schon den Abachiteil quasi fertig hatte, benutzte ich ihn als Schablone um die Umrisse aufzuzeichnen. Einfach die 2 schönsten Flächen ausgesucht, aufgelegt, mit dem Bleistift angezeichnet, und wieder mit der Stichsäge grob ausgeschnitten.
Nun, was fällt als erstes auf... Makore ist ein wunderbar gemasertes Holz mit einer schönen, warmen Farbe, hoher Festigkeit... und es ist praktisch nicht hobelbar! Der Stechbeitel verhakt sich, der Hobel reisst eher als Fasern abzutrennen. Kommt besimmt vom abenteuerlichen Faserverlauf. Fräsen lässt es sich wiederum problemlos. Dat wird noch spassich beim Deckenshaping...
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Und jetzt die böse Überraschung. Das Gewicht der Makore- und Abachiteile beträgt momentan trotz Hohlkammern alleine 3,6 KG! Mit den restlichen Teilen + Hals komme ich auf über 5,4 KG! Da ich weder zum Chiropraktiker will, noch nur im Sitzen spielen, brauche ich Reduktionsmassnahmen.
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das gefällt mir gut, da bleib ich dran und bin gespannt wie's weiter geht
Wenn das Abachi so leicht ist wundert mich das grausige Gesamtgewicht Vielleicht hilft's, wenn du die Zarge einfach nur halb so dick machst, 1cm Stärke sollte auch noch ok sein, falls das Abachi das mitmacht. Meine hohle Paula wiegt mit ihrer Eschen-Zarge gerade mal 3,8 kg.
Wenn das Abachi so leicht ist würde ich versuchen vom Makore jeweils noch n bißchen was im Bereich der Kammern von innen wegzunehmen, aber das würd wohl eh nicht viel bringen... bin ich froh das ich Makore nur als Furnier verarbeite grad, da gibts keine Probleme mitm Hobeln. Deine Überraschung kann ich allerdings nachvollziehn... hab hier einen (noch) 5,5 cm dicken Wenge-Nuss-Wenge Basskorpus liegen, auch schon ausgesägt, ohne Kammern (dafür aber mit allen Ausfräsungen), 2,5 kg. Und von den Bildern her würd ich sagen: der ist nicht kleiner...
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Die Holzstücke sind natürlich noch mit mehr Material versehen als notwendig ist, Stichwort Halstasche und Makore-Aussenmasse, die ich nur grob ausgesägt habe.
Ich habe mich für beide Wege entschieden: Beim Abachi werden die Hohlkammern vergrössert und gleichzeitig die Aussenlinie abgefräst. Ausserdem mache ich es noch 2-3mm dünner Weniger Umfang + weniger Inhalt +weniger Höhe sollten schon was bringen.
Dadurch wird die Aussenlinie vom Makore noch geringer. Ausserdem muss ich es noch abrichten. Da werden einige hundert Gramm verloden gehen. Da noch Decken/Rückenwölbungen hinzukommen, habe ich schon etwas weniger Sorge, später ein Stahlkorsett tragen zu müssen
Aber Stabilität und Gewicht vom Makore ist wirklich eine Sache für sich. Die Platten sind nochtmal 14mm dick...
Die Makoreplatten sind verworfen, also müssen sie erst plan gemacht werden. Das sollte auch schon Gewicht etwas sparen. Ich werde 2 Methoden zeigen, um das zu erledigen. Einmal mit Raspel+Schleifmaschine und mit Oberfräse+Schelifmaschine.
Abrichten mit Raspel+Schleifmaschine: Die mit dem Abachi auf Makore angezeichneten Hohlräume mit der Oberfräse um ca. 3 mm vertiefen (wie schon vorgeschlagen wurde) und damit ich beim Abrichten nicht ewig brauche. Und wieder Gewicht weg.
Da Hobel und auch meine Raspel von Stanley mir zum ersten Mal den Dienst versagen, gehe ich frei nach dem Motto, dass auch "Leon den Profi"geknackt hat: "Wir brauchen hier was Gröberes!!!" Hierfür benötigtes Werkzeug: Meine grobe Raspel, gerades Alurohr, Schleifmaschine mit 40er Papier und den Operationstisch samt Patient. Die Preisklasse der Sachen springt einem geradezu ins Gesicht
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Die Schleifmaschine entfernt diese verkratzten Stellen. Danach den Vorgang wiederholen. Die Technik eignet sich recht gut für Stellen, an denen nur wenig Material abgetragen werden muss.
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Hi, interesantes Projekt, eine günstige und gleichzeitig eine wirklich gutaussehende Gitarre zu bauen. Ich hoffe es gelingt Dir. Wie ist den das Gewicht nach Deiner Raspel- und Schleiforgie?
So schlimm war die Orgie übrigens nicht, da nur wenige mm Holz abgetragen wurden. Bei grösseren Verwerfungen benutze ich meine Oberfräse und nehme wie beim Höhenlinien abtragen bei Decken je 1 mm weg. Das geht natürlich bedeutend schneller.
Am Ende der Aktion kommt bei mir immer der von Frauen wie Abrichtern gefürchtete Bleistifttest: Bleibt er da, muss man nochmal ran (mit Hilfe der Bandschleifmaschine, sofern vorhanden) Bei mir ist dieOperation gelungen, der Patient ist nunmehr flach.
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