ich möchte mir in naher Zukunft (~6 Monaten) eine Gitarre selber bauen. Es soll, wie soll es anders sein, eine Les Paul werden. Es wird meine erste selbstgebaute Gitarre und meine zweite überhaupt. Ich verfüge dementsprechend zwar über keinerlei Erfahrung im Gitarrenbau habe aber Zugang zu einer recht gut ausgestatteten (Hobby) Holzwerkstatt meines Vaters und er wird mich beim bau auch Unterstützen. Also Dickenthobel, Abrichthobel, Kreissäge, Bandsäge, Fräsmaschine mit Anlaufring, Oberfräse etc. sind vorhanden.
Was ich nicht erwarte/erhoffe: - eine preiswerte Gitarre. Wenn ich mal eine kleine Überschlagsrechnung durchführe komme ich so auf ca. 750 EUR ohne Kleinteile und abhängig davon wieviel ich für die Decke ausgebe. Ich rechne also so mit 900 EUR.
Was ich erwarte/erhoffe: - Spaß beim bauen - Trotz der nicht vorhandenen Erfahrung eine qualitativ hochwertige und gut spielbare Gitarre
Ich denke gerade das Zweite wird nicht einfach werden. Ich erhoffe mir aber zum Einem durch möglichst exaktes Arbeiten gem. Stwemac-Plan (bis auf die bekannten Abweichungen) und zum Anderen durch sorgfältige Planung und schlussendlich durch Erfahrungen und Tipps aus dem Forum auch hier auf Erfolg. Da ich aber das zweite mal blutiger Anfänger beim Gitarrespielen bin (vor 14 Jahren hatte ich schonmal gespielt ...) wird mir das wahrscheinlich garnicht so leicht auffallen.
Folgende Eckdaten sieht meine Planung bisher vor: - Body und durchgängigen Hals aus Mahagoni (Khaya) - Palisander Griffbrett - Ahorn-Decke (bookmatched) - Pickupfräsungen sollen dem Halswinkel folgen - Steward-MacDonald HotRod 2-way Halsstab
An Vorbereitungen liefen bisher: - Lektüre des "Kochbuchs" - Kauf des Stewart-MacDonald "LesPaul-Planes" - Thread von intoxicate "4x Les Paul ..." - Thread von laidback "Mein erster Bauthread" - Thread von intoxicate im "MUSIKER-BOARD"-Forum - Thread von s!d im "MUSIKER-BOARD"-Forum - Kauf des "Beauty of the Burst", das ist aber glaube ich mehr Kosmetik und noch nicht so eilig
Ich habe mir jetzt ein Stück Mahagoni-Bohle (Khaya 110 cm x 35 xm x 5,1 cm) bestellt. Diese werde ich noch bis zur weiteren Bearbeitung in der Werkstatt lagern/trocknen (Die Werkstatt ist trocken und beheizt).
So damit wollte ich mich und mein Projekt einmal vorstellen. Jetzt habe ich aber auch noch ein paar Fragen ... - laidback gibt als maximale Deckenstärke 1,27 cm an. Bleibt die Gesamtstärke der Gitarre dennoch bei 2 13/32" also 6,11 cm oder verringert sich die Gesamtstärke auf 5,80 cm ? - Ich wollte demnächst auch alle weiteren Bauteile bestellen. Mangels Erfahrung hatte ich von Original Gibson Pickups (Burstbucker #1 NC) zu kaufen. Ebenso die Mechaniken und Bridge usw. Oder würdet Ihr andere empfehlen ?
Allgemein freue ich mich natürlich über Anmerkungen und Tipps
Vielen Dank an Alle die sich die Mühe gemacht haben mein Posting bis hier durchgelesen zu haben
habe aber Zugang zu einer recht gut ausgestatteten (Hobby) Holzwerkstatt meines Vaters und er wird mich beim bau auch Unterstützen. Also Dickenthobel, Abrichthobel, Kreissäge, Bandsäge, Fräsmaschine mit Anlaufring, Oberfräse etc. sind vorhanden.
Deine Vorbereitungen und Ausstattung sind vorbildlich Was ist mit Lackiermöglichkeiten?
Zitierter Text
Was ich nicht erwarte/erhoffe: - eine preiswerte Gitarre. Wenn ich mal eine kleine Überschlagsrechnung durchführe komme ich so auf ca. 750 EUR ohne Kleinteile und abhängig davon wieviel ich für die Decke ausgebe. Ich rechne also so mit 900 EUR.
- Ich wollte demnächst auch alle weiteren Bauteile bestellen. Mangels Erfahrung hatte ich von Original Gibson Pickups (Burstbucker #1 NC) zu kaufen. Ebenso die Mechaniken und Bridge usw. Oder würdet Ihr andere empfehlen ?
Wenn Du eine günstige Gitarre möchtest, ist das definitiv der falsche Weg. Soll sie hochqualitativ sein, gibt es gute bis wesentlich bessere Alternativen. Diese werden von vielen hier erfolgreich und zur Zufriedenheit verbaut.
Sind erstmal nicht vorhanden. Würde mir aber eventuell eine Spritzpistole anschaffen und einen Kompressor leihen. Vor dem Lackieren soll die Gitarre wahrscheinlich gebeizt werden
Der Boden der Pickupausfräsungen ist laut Stewmac-Plan parallel zum Gitarrenboden. Damit die PickUp-Oberseite parallel zu den Saiten verläuft muss der Boden parallel zum Halswinkel verlaufen.
(...)Wenn Du eine günstige Gitarre möchtest, ist das definitiv der falsche Weg. Soll sie hochqualitativ sein, gibt es gute bis wesentlich bessere Alternativen. Diese werden von vielen hier erfolgreich und zur Zufriedenheit verbaut. (...)
In Anbetracht der vielen Arbeit(stunden) die ich in den Bau investieren möchte wäre ich eher an den besseren Alternativen interessiert. Welche wären das denn z. B. ?
Damit die PickUp-Oberseite parallel zu den Saiten verläuft muss der Boden parallel zum Halswinkel verlaufen.
nein....du schraubst die PU´s doch an die Rähmchen und nicht an den Boden.....die halswinkelfolgende PU-Fräsungen bei den Originalen sind rein produktionstechnischer Ursache..
- alles neu - - macht der Moi - - das Team vom Bau läd ein - - http://www.gitarrebassbau.de - - das vielsaitige Instrumentenbau-Forum -
Der Boden der Pickupausfräsungen ist laut Stewmac-Plan parallel zum Gitarrenboden. Damit die PickUp-Oberseite parallel zu den Saiten verläuft muss der Boden parallel zum Halswinkel verlaufen.
Das wird im Normalfall durch die PU-Rahmen kompensiert. Sie werden in Richtung Steg etwas hochbockiger. Der Boden der PU-Ausfräsungen selbst ist relativ unwichtig, hauptsache tief genug.
Zitierter Text
In Anbetracht der vielen Arbeit(stunden) die ich in den Bau investieren möchte wäre ich eher an den besseren Alternativen interessiert. Welche wären das denn z. B. ?
Nun, da Gibson eigentlich nur Fantasiepreise für ihre Tonabnehmer hat, steht z.B. Seymour Duncan oder Dimarzio als Alternativen bereit. Geringere Preise, 5-adrige Anschlüsse und kein bisschen schlechtere Qualität würden Gibson-PU`s für mich von Vornherein ausschliessen. Noch günstiger kannst Du die "No-Name-Repliken" beziehen. PAF-Kopien gibt es bei Conrad für 12 Euro, P90 für 13, alle erdenklichen Sorten von günstigen, gut verarbeiteten Aufbauteilen gibt es unter anderem hier: http://stores.shop.ebay.com/bezdez__W0QQ_armrsZ1QQ_fromZQQ_sasiZ1
Extreme Lösungen bietet z.B. die Firma Schaller an. Einteilerstege, 3D-Verstellbarkeit, perfekte (rappelfederfreie) Passgenauigkeit, etc.
nein....du schraubst die PU´s doch an die Rähmchen und nicht an den Boden.....die halswinkelfolgende PU-Fräsungen bei den Originalen sind rein produktionstechnischer Ursache..
Oh, danke. Das erleichtert das Ausfräsen der PIckUp Aussparungen schonmal um einiges. Ich habe schon über Adapterplatten für die Frässchablone nachgedacht ...
Na, damit werden sie ja in den Rähmchen befestigt: Lange Schrauben durch den Rahmen stecken - Feder drüber - in das Gewinde im Befestigungswinkel schrauben
erstmal vielen Dank an damndan, laidback und LesPaule für Eure Antworten.
Jetzt weiss ich schonmal, dass das mit den PIckUp-Ausfräsungen nicht so schlimm ist wie ich mir das ursprünglich vorgestellt habe Mir schwant aber das andere Dinge schlimmer werden als ich mir das bis jetzt vorstelle
der Mahagoniblock hat i.d.R. 1 3/4 inch = 44, nochwas mm ....dazu die Deckenmasse addiert......
Die Gesamtstärke der Gitarre ist also geringer als im Stewmac-Plan angegeben ?! 44,5 mm Mahgonikorpus + 12.7 mm max. Deckenstärke = 57,2 mm < 61,1 mm (2 13/32" laut Stewmac).
Wenn der Halswinkel aber gleich bleibt und die absolute Gitarrenstärke abnimmt dann müsste doch das Griffbrett auch tiefer liegen und dementsprechend der Hals dünner sein, oder ? Oder bleibt der Hals gleich stark und PUs und Bridge "schauen" weiter aus der Gitarre heraus ?
Ich vermute aber mal das der Hals dünner wird. So interpretiere ich jedenfalls die Aussage von laidback zu den Abweichungen.
Zusammengetragene Abweichungen Original 59er Les Paul / Stewart Mc Donalds Plan(...) - aus dem vorherigen Grund ist der Halsfuss etwas zu tief, da der Abstand Gitarrenboden/Halsfuss "richtig" eingezeichnet ist (...)
die Halsfussgestaltung hat rein gar nichts mit der Situation oben auf der Gitarre zu tun.....ist rein optischer Natur
die Halsstärke hat auch nichts mit dem Halswinkel zu tun......du holst dir den Halswinkel einfach aus der Deckenwölbung....es ist dabei völlig nebensächlich wie dick die Decke ist, solange sie für die entsprechende Gradzahl noch dick genug ist.
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die Halsfussgestaltung hat rein gar nichts mit der Situation oben auf der Gitarre zu tun.....ist rein optischer Natur (...)
Was ich meinte, ist das sich ein dünnerer Hals als Konsequenz aus der von Dir beschriebenen Abweichung ergibt, solange man den Halswinkel beibehält und die Deckenstärke verringert.
Edit: Ok, muss mich korrigieren. Die Halsstärke kann natürlich gleich bleiben wenn der Übergang vom Halsfuß zum Hals entsprechend verändert wird ...
Mit meinen Fragen möchte ich hier niemanden diskreditieren oder Aussagen in Frage stellen. Im Gegenteil ich bin ja dankbar das Abweichungen zum Stewmac Plan festgestellt und der "Öffentlichkeit" mitgeteilt werden. Ich frage nur so genau und vielleicht auch pedantisch nach, weil sich mir mangels Erfahrung nicht alle Zusammenhänge erschliessen. Ich fange ja gerade so zeitig mit der Planung an um mangelnde Erfahrung durch gute Vorbereitung auszugleichen.
ich möchte nochmal betonen, dass der Stew Mac Plan konstruktiv vollkommen in Ordnung ist....es ging ja nur um diese Abweichungen zum "heiligen Gral" und die kann man auch einfach wieder vergessen .....du möchtest neckthrough bauen....also halte dich doch bei deiner Interpretation nicht mit diesen Abweichungen auf.....nur meine Meinung...
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Mit meinen Fragen möchte ich hier niemanden diskreditieren oder Aussagen in Frage stellen.
Das hat denke ich auch niemand so verstanden
Zitierter Text
Ich frage nur so genau und vielleicht auch pedantisch nach, weil sich mir mangels Erfahrung nicht alle Zusammenhänge erschliessen. Ich fange ja gerade so zeitig mit der Planung an um mangelnde Erfahrung durch gute Vorbereitung auszugleichen.
Äussert vernüntftig. In jedem Fall besser, als sich von irgendwelchen "Kennern" in die Ursachen für perliges Sustain und satte Mitten in die Irre fürhern zu lassen.
Wenn Du noch mehr Vorbereitung haben möchtest, dann st das Buch von Lemme sehr zu empfehlen. http://www.gitarrenelektronik.de/ Ist sehr aufschlussreich und (auch für Laien) gut verständlich.
Das hat denke ich auch niemand so verstanden (...)
Super, da bin ich beruhigt. Ich hatte nur Sorge, dass mein penibles Nachfragen missverstanden wird. á la Neuling denkt er weis alles besser und deckt Unstimmigkeiten auf. Aber lassen wir das.
(...)dass der Stew Mac Plan konstruktiv vollkommen in Ordnung ist (...)
Danke, diese Information ist wichtig. Ich war/bin mir zwar ziemlich sicher das die wichtigsten Maße das Einhalten der Mensur und dementsprechend Position von Sattel, Bridge, Bünde und PUs sind, und diese Maße werde ich ja sowieso direkt beim Bauen überprüfen bzw. einhalten. Dennoch beruhigt es zu wissen, dass man nach diesem Plan eine funktionsfähige Gitarre bauen kann.
The body is way too wide at the largest point of the belly...it about 5mm larger per side...in fact it measures 34cm instead of 33... I made a template out of it and I couldn't put it in the original gibson case!(...)
Ich habe zwar nicht vor mir für die Gitarre einen Gibson-Koffer zu kaufen (das fände ich dann doch ein wenig komisch). Den Koffer möchte ich mir im Anschluß auch selber bauen. Im Forum dort wird empfohlen für den Body den "John Catto Plan Rev. 10" zu nutzen und für den Rest den Stewmac ... (auch wg. passender Bohrungen etc. ). Den Plan gibt es hier im Forum als Lespaul59-ver10full.pdf
Mich würde interessieren ob Ihr das auch so gemacht habt. In den Bauthtreads habe ich keinen Hinweis darauf gefunden...
Auch wenn es meine "Interpretation" einer LesPaul wird möchte ich bei meiner ersten doch recht Originalgetreu arbeiten. Danach baue ich mir dann eine Custom-LesPaul mit Piezo usw.