hier, wie in meiner Vorstellung angekündigt, der Bauverlauf meiner Archtop. Ich habe schon vor 5 Monaten angefangen und stelle jetzt die Bilder in der Reihenfolge vor. Zuerst ein Blick auf meine Werkzeuge. Die Oberfräse und die Stichsäge wollten nicht mit aufs Bild. Dafür aber meine Bandsäge. Ein geniales Teil für 300.-€ !
Das Teil zum Decken- oder Bodenstärke messen habe ich mir ohne großen Aufwand aus einer Holzplatte ausgesägt und fertig. Das Holz habe ich bei Espen Tonholz gekauft. Mit meiner jetzigen Erfahrung (die noch klitzeklein ist), hätte ich die Decke zurückgehen lassen. Den Boden musste ich nochmal tauschen, da er stark verzogen war. Der Rest passte. Die Reifchen habe ich fertig bei Rall Guitars gekauft. Ab und zu muß man Subunternehmer hinzuziehen. Die Dinger zu sägen wäre mir zu blöd gewesen. Bei Rall Guitars bekommt man gute Teile.
Das Biegeisen stammt vom tropfenförmigen Unterrohr eines alten Alu-Fahrradrahmens. Die Grundplatte aus dem Schrottcontainer. Die heiße Luft aus dem Heißluftföhn. Das soll nicht blöd klingen, aber das Zargen biegen war einfach und hat super geklappt. Die Form in die ich die Zargen geklemmt habe ist aus einem alten Bett ausgesägt. Der Hals ist in Rohform. Er liegt auf dem Bild auf meinem Frästisch mit dem ich die Schwalbenschwanzverbindung fräse.
Decke und Boden schnitzen habe ich mit der Höhenlinienmethode gemacht. Klappt Super. Zum hobeln mit den kleinen Hobeln habe ich lange Sommer-Fahrradhandschuhe getragen. Das mindert den Schmerz erheblich. Beim Tap Tuning von Boden und Decke haben mir die beiden Kollegen mit den großen Ohren im Käfig geholfen. Sie waren eine große Hilfe... .
Ich muß noch erwähnen, dass das Ganze unheimlich Spaß macht und ich sogar das Gitarre üben links liegen lasse. Das steht normal an erster Stelle. Was ich hier so in ein paar Sätzen erwähnt habe, war richtige Arbeit die viel Geduld und Probieren erfordert hat. Echtes "learning by doing". In ein paar Tagen gibt es die nächsten Bilder. Viele Grüße und viel Spaß bei Euren eigenen Projekten.
Tele Tilo ( Christoph )
P.S.: Ich sehe gerade, dass ein paar Bilder nicht drauf sind und die anderen größer sein könnten. Ich verspreche Besserung. Bin nicht so der Computerheld.
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Hi Christoph, dieBilder sehen schon richtig Professionell aus(Ebensodeine Hobelbank mit runden Bankeisen).könnte es sein das du den Umgang mit Holz gelernt hast denn ich kenne nur wenige Hobbyschreiner mit einer so schönen Bank.Auch deine Form ist genial einfach und erfüllt voll ihren Zweck.Die Decke sieht richtig gut aus auch wenn du wie du sagst Schmerzen erlitten hast,aber wie sagte mein Ausbilder beim Bund immer"Was uns nicht tötet macht uns nur noch Härter". freue mich schon auf die Fortsetzung deines Berichtes.
an Filzkopf: Danke für den Tip mit den Bildernamen.
an BluesBoy: Der einzige Grund warum die Hobelbank so gut aussieht ist der, dass sie nagelneu ist. Das Projekt Gitarre möchte ich einfach mal richtig durchziehen und da dachte ich, dass eine gute Hobelbank dazugehört. Basteln mit Holz habe ich früher beim Modellbau gelernt. Es war aber nichts dabei, was mich so gefordert hätte wie jetzt der Bau der Archtop. Außer einem Ferienjob im Sägewerk habe ich holztechnisch keine Ausbildung. Und da habe ich dicke Bretter gehobelt und gesägt Learning by doing. Sonst habe ich eher mit Metall zu tun.
Das finde ich das Schöne am Gitarrenbau. Sobald man etwas fertig hat, und wenn es nur ein kleiner Schritt auf dem Weg zum Gesamtstück ist, erfüllt es einen mit Zufriedenheit und Freude.
Gestern habe ich den Korpus geschlossen. Im Bereich des Cutaway lag der Boden nicht bündig auf. Ich habe mir dann ein altes Schleifband von einer Belagschleifmaschine auf ein flaches Holz geklebt und alles auf ein Niveau gebracht. Braucht alles viel Zeit, aber dann passt es besser.
Es ist erstaunlich, dass die Adrenalinausschüttung immer zeitgleich mit dem Auftrag von Titebond beginnt. Und es gehen Dinge schief, an die man nie gedacht hätte. Es hat aber doch noch funktionert und die Mitte des Bodens ist exakt auf der Mittellinie.
Gleich eine Frage an die Archtop-Spezialisten:
Wie breit ist denn der Streifen in dem das RE-CURVE oder die Hohlkehle liegt ? Bei der Decke habe ich vorher angefangen zu recurven, wenn ich aber gegen die Faser abziehe (was sich ja zwangsweise am unteren Ende ergibt) rupft das ganz furchtbar. Die Abziehklingen sind ziemlich neu und schon eingearbeitet.
Danke um Eure Antworten
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heute habe ich mich nochmal lange mit dem Frästisch beschäftigt. Ich dachte schon ich bin bescheuert, da ich so viel Zeit in den Tisch investiere. Aber, ES HAT SICH GELOHNT !! Der Korpus ist gefräst und ein Testhals auch. Paßt traumhaft. Und da ich für heute mein Glück schon verbraucht habe, fräse ich morgen erst den Hals.
Mit dem Frästisch kann ich in Zukunft innerhalb von wenigen Minuten Hals und Kopus fräsen, da ich fast alle Verstellmöglichkeiten berücksichtigt habe. (Glaube ich zumindest) Der Fräskopf ist von Andreas Rall. Er hatte eine 1/2" Aufnahme. Jetzt hat er eine passende für meine normale Oberfräse (abgedreht).
Am Korpus habe ich mich mit dem Recurve versucht, komme aber nicht richtig weiter. Ich bilde mir ein, einen Unterschied zu hören, ob das aber auch so ist weiß ich nicht. Vielleicht kann mir einer von Euch ein paar Tips geben.
Morgen müsste der Saitenhalter und der Steg eintreffen, als PickUp habe ich einen Kent Armstrong floating Humbucker bestellt. Also, viel Spaß beim Bilder anschauen und bis Morgen.
Christoph
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Zur Hohlkehle: Der Benedetto nimmt dafür eine Ziehklinge mit relativ großen Radius. Ich schneide sie mit 'nem Hohleisen rund rum und blende sie dann in die Wölbung. Ich habe mal 'ne Zeichnung angehängt, die den Unterschied verdeutlicht. Wie Du siehst mache ich auch die Wölbung anders. Beim Benedetto steigt sie vom Rand her sehr schnell an und ist dafür in der Mitte sehr flach. Meine Wölbung ist gleichmäßiger. Ich achte bei der Wölbung auch darauf, dass sie in der Taille nicht zu sehr eingeschnürt ist. Sie sieht eher wie ein langer Hügel aus, während Benedetto's ein bischen wie zwei verbundene Hügel aussieht. Daraus ergibt sich bei mir, dass die Hohlkehle in der Taille sehr schmal wird.
Ich klopfe während dem Schneiden der Hohlkehle immer in der Mitte und auch im Bereich der Hohlkehle mit dem Fingerknöchel. Zu Anfang ist der Klopfton in der Hohlkehle sehr hoch und leise. Ich schneide die Hohlkehle solange tiefer, bis sich der Klopfton in der Hohlkehle, von der Lautstärke her, dem in der Mitte annähert. Allerdings mache ich die Decke/den Boden in der Hohlkehle nicht dünner als 2,5 mm.
Ich hoffe das hilft Dir weiter.
Grüße, Matze
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@ Matze Danke für die Erklärungen. Das hilft mir weiter. Jetzt gehe ich ein bischen entspannter an die Sache ran. Hast Du die Benedetto DVD`s ?
Ich war auch bei einem Geigenbauer hier in der Nähe (er unterrichtet auch in Mittenwald) und der hat mir erst einmal meine Hobel abartig gut und scharf geschliffen und mir die Arbeit mit der Ziehklinge gezeigt. Meine Ziehklingen waren viel zu dick und unflexibel. Jetzt geht es um Welten besser. Seine Arbeiten und seine Werkstatt haben mich zutiefst beeindruckt und mich gleich angespornt noch sauberer zu arbeiten.
Mittlerweile habe ich das Griffbrett und das Kopfplattenfurnier aufgeleimt und die Kopfplatte in die grobe Form gebracht. Jetzt kommen die Dots am XII. Bund an die Reihe und dann der Griffbrettradius.
Ja, ich hab' die Benedetto DVD. Ist nett anzuschauen und beeindruckend wie schnell der baut. Allerdings hat er für so ziemlich alles auch 'ne Vorrichtung und viele Schritte "halbautomatisiert". Das ist so ziemlich das Gegenteil meiner Arbeitshaltung. Für meine Arbeitsweise konnte ich nicht allzuviel rausziehen. Das meiste was er hinsichtlich Klangbeeinflussung durch Bracing/F-Löcher...sagt steht auch im Buch. Übrigens finde ich die Stärken die er für Boden und Decke angibt recht großzügig. Man sieht aber in der DVD, dass er nachdem er den Korpus zusammengeleimt hat, noch mehrfach mit Maschinen schleift. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass er dabei noch 3 bis 5 Zehntel-millimeter runterschleift.
Wenn Du Dir bei dem Geigenbauer ab und zu 'nen Rat zur Handhabung der Werkzeuge holen kannst ist das natürlich super. Wie heisst denn der Geigenbauer? Die meisten Geigenbauer sind sehr gut, was das Werkzeugschärfen angeht. Ich baue selbst übrigens auch Geigen.
Grüße Matze
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Hut ab. Wenn ich so eine Einlage wie an Deiner Geige sehe, geht mir das Herz auf. Der Geigenbauer heißt Uli Hinsberger und er hat mit seinen Celli schon internationale Preise gewonnen. Er hat leider keine Website.
Ich konnte eines seiner Celli in die Hand nehmen und war beeindruckt, wie leicht der Korpus in Schwingung zu bringen ist. Das Instrument scheint richtig zu leben. Mein Gitarrenkorpus hat die Benedetto-Stärken und ist aber noch sehr kräftig. Da muss noch was runter. Könnte ich bei Dir, gegen Pfand und Unkostenausgleich etc., die DVD`s ausleihen (nicht kopieren!!!) um sie mir reinzuziehen ?
Hier noch 2 Bilder
Grüße
Christoph
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sehr schön, wann stellst du uns wieder ne ganze vor, Matze? Grüsse Wolle
Beim nächsten Stammtisch hoffentlich. Fertig ist sie eigentlich schon. Ich bin gerade noch am Einstellen (Stimmstock, Steg,...). Die Archtop ist immer noch nicht fertig. Ich bin mit dem Lack nicht ganz zufrieden und überlege, ob ich ihn nochmal runter mache. Kann mich aber nicht entscheiden.
jetzt gibt es einen kleinen Zwischenbericht: Die Archtop ist, bis auf die Lackierung, fertig. Ich hatte zuerst einen Metallsaitenhalter montiert. Der Eigenklang des Teils hat mich aber gestört und so habe ich mir einen klassischen Palisander Saitenhalter gebaut und montiert. Ist so viel besser. Ich zeige jetzt ein paar Bilder vom Hals einleimen etc. . Beim Einleimen habe ich eine Saite entlang der Längsachse gespannt um eine exakte Übereinstimmung des Halses mit der Deckenmitte zu bekommen. Es hat auch funktioniert. Den Sattel habe ich aus Knochen gefeilt. Spannend war dann der Moment, als ich die ersten Töne entlocken konnte. Es hat mich einfach staunen lassen. Ich weiß, Eigenlob stinkt; aber der akustische Klang und die Spielbarkeit ist der Hammer. Das hätte ich nie ! erwartet. Vielleicht schafft man so etwas auch nur ein Mal im Leben ? Die nächsten Versuche werden es zeigen. Ich versuche noch die nächste Zeit noch mehr Bilder (vom Lackieren etc.) zu zeigen oder evtl. Tonaufnahmen. Also, bis bald und viel Spaß bei Euren Projekten !!
Christoph
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jetzt sind wieder ein paar Tage ins Land gegangen. In meine Archtop habe ich einen von Harry Häussel frisch gewickelten floating Humbucker eingebaut. Der PU und die Archtop ergänzen sich traumhaft. In der Trioprobe habe ich gleich mit der Gitarre gespielt und sogar der Bassist !! hat gesagt, dass sie richtig gut klingt. Man hört das typische Archtop "plopp" (mit Flatwounds) im Anschlag und dann kommt gleich das Akustische rüber. Einzeltöne sind sehr prägnant und die Akkorde sind klar zu hören und nicht verwaschen. Traumhaft. Und ich kann sie sehr laut spielen ohne dass sie koppelt.
Heute habe ich dann alles nochmal sauber verschliffen. Beim Lackieren habe ich kurzen Prozess gemacht und mir Clou Nitrolack glänzend mit Mixol braun/ocker einen leicht hölzernen Farbton gemischt und gleich mit einem breiten und weichen Pinsel aufgetragen. Das Holz kommt so gleich noch viel schöner zur Geltung. Jetzt weiß ich aber nicht, wie lange ich jetzt warten soll um dann die nächste Farbschicht aufzutragen. Und ob ich dazwischen nass oder trocken schleifen soll ? Vielleicht hat mir einer von Euch ein paar Tips.
Hier ein paar Bilder vom aktuellen Stand.
Grüße Tele Tilo
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