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Gearbuilder-Forum  /  Restauration, Reparieren & Wiederaufbau  /  Hallo von Neuling und Frage zu Gitarrenhalsrep.
Von: chilistone, 07 Oktober 2009, 07:10
Hallo,
ich grüsse alle hier im Forum :).
Habe ein Frage und da hier so viele kompetente Leute sind könnt ihr mir vielleicht helfen.
Die Git aus dem Anhang ist wie man sieht lädiert worden.
Kann ich da selbst ran und mit einem Kleber und äh.. Schraubzwinge das ganz kitten?
Der Bruch geht nicht durch, scheint mir an einer "Sollbruchstelle" ?
Die Gitarre ist nicht so wertvoll (ist die Mini Höfner), hat aber beim Umzug eben gelitten und ich habe sie noch gar nicht spielen können :'(.
Habe so ein bisschen schon rumgelesen hier und würde es mit Titebond versuchen.

Für Hilfe wäre ich superdankbar und wünsche euch allen ein schönen Tag...

chilistone
Von: chimaere, 07 Oktober 2009, 08:40; Antwort: 1
Titebond ist dafür erste Wahl. Ein anderer Holzleim (Ponal Express..) geht aber auch.
Da der Bruch ja schön sauber ist, lässt Du am Besten etwas Leim in den Spalt einlaufen
und verschmierst das mit einem Stücken dünner Pappe, Plastik oder einem Messer...
Dann setzt Du oben und unten jeweils ein Brettchen als Pressbeilage an und drückst das
mit zwei Zwingen fest. Den austretenden Leim abwischen und 12 Stunden später sollte das
dann fest sein.

Danach kommt dann noch das Problemchen mit dem Lack. Aber da kann man später dann noch
drüber reden.


Gruß
Andreas

PS: die "Sollbruchstelle" ist die Leimfuge an der angeschäfteten Kopfplatte.
Mit Titebond wäre das nicht passiert... ;)
Von: chilistone, 07 Oktober 2009, 09:42; Antwort: 2
Hi Andreas,

1000 Dank für die ausführlichen Tips und die schnelle Antwort.  ;D Werde ich so machen.

Greets
chilistone
Von: gromit, 07 Oktober 2009, 10:37; Antwort: 3
Am besten erstmal probeweise die Zwingen mit passenden Zulagen ansetzen.
Das entstresst die Sache wenn man den Leim dran hat.
Wenn alles past, wie oben beschrieben weitermachen.
Von: chilistone, 08 Oktober 2009, 07:04; Antwort: 4
Thx Gromit.
Thats true, werde ich erst mal machen :)

Grüsse
chilistone
Von: capricky, 08 Oktober 2009, 08:23; Antwort: 5
Nimm hier keinen Titebond!
Das Problem ist, daß Du durch mangelnde Zugangsmöglichkeit hier nicht die alten Leimreste von den zu leimenden Flächen entfernen kannst, da haftet Titebond nicht gut.
Nimm einen Zweikomponentenkleber wie Uhu endfest z.B. die Vorgehensweise bleibt wie bereits beschrieben.

capricky
Von: Fobbel, 08 Oktober 2009, 09:59; Antwort: 6
Tipp für UHU endfest:

den fertig angerührten Kleber leicht mit einem Fön erwärmen, er wird dadurch sehr dünnflüssig und kriecht besser in den Spalt. Den Tipp habe ich neulich vom Gitarrenmacher christian bekommen und das hat bei mir bei einem viel schmaleren Spalt sehr gut funktioniert.

sparsam verwenden und überschüssigen Kleber sofort mit geeigneten Mitteln (zb schräg aufgeschnittener Plastikstrohhalm) entfernen.

Die Klemmzeit ist deutlich höher als bei Holzleim, du kannst die Zwingen aber 24h später entfernen. nicht zu lange erwärmen.
Von: chimaere, 08 Oktober 2009, 10:18; Antwort: 7
Zitiert von capricky

Das Problem ist, daß Du durch mangelnde Zugangsmöglichkeit hier nicht die alten Leimreste von den zu leimenden Flächen entfernen kannst, da haftet Titebond nicht gut.


Da hab ich gar nicht dran gedacht.  :-/

So kann man immer dazu lernen.  
Von: capricky, 08 Oktober 2009, 12:20; Antwort: 8
Zitiert von Fobbel


Die Klemmzeit ist deutlich höher als bei Holzleim, du kannst die Zwingen aber 24h später entfernen. nicht zu lange erwärmen.


Nein, die Presszeit ist deutlich geringer, als bei Titebond oder Weißleimen. Diese "5 Minuten Epoxis" haben als Nachteil die geringe Topf- oder Verarbeitungszeit, die veringert sich noch, wenn man es erwärmt (was nicht unbedingt notwendig ist). Nach 30 Minuten bei etwa 20°C Umgebungtemperatur istdie Klebestelle schon belastbar, nach 24 Stunden erreicht sie aber erst ihre Endfestigkeit.

capricky
Von: gitarrenmacher, 08 Oktober 2009, 13:07; Antwort: 9
Zitiert von capricky


Nein, die Presszeit ist deutlich geringer, als bei Titebond oder Weißleimen. Diese "5 Minuten Epoxis" haben als Nachteil die geringe Topf- oder Verarbeitungszeit, die veringert sich noch, wenn man es erwärmt (was nicht unbedingt notwendig ist). Nach 30 Minuten bei etwa 20°C Umgebungtemperatur istdie Klebestelle schon belastbar, nach 24 Stunden erreicht sie aber erst ihre Endfestigkeit.

capricky


5 Minuten Epoxy ist für diese Reparatur denkbar ungeeignet.
Erstens ist die Topfzeit zu gering. Je nach Produkt fängt das Zeug nach 5-10 Minuten an zu gelieren, bei Wärmezugebe noch schneller.
Zweitens härtet 5 min Epoxy in fast allen Fällen nur zähelastisch aus. Dadurch ist die Scherfestigkeit bei Dauerbelastung zu gering und die Naht wird wieder aufgehen. Es gibt nur wenige Produkte, die so hart werden wie ENDFEST 300, Die Festigkeit erreicht keines.

Ich habe von 1995-2000 im Modellbauhandel gearbeitet und bestimmt einen Zentner 5-Minuten Epoxy verkauft.

Also klares Votum für UHU Endfest 300. Lange Topfzeit, deswegen stressfreie Reparatur. Ausserdem fängt das Zeug unter milder Erwärmung auf ca. 50°C an zu fließen wie blöde.
Uhu sollte dem Gearbuilderboard nun endlich eine Spende zukommen lassen, so oft wurde das Zeug hier schon empfohlen. ;D

Munterbleiben
Christian
Von: capricky, 08 Oktober 2009, 13:31; Antwort: 10
Der Gitarrenmacher hat recht, ich habe das "5 Min Epoxi" jetzt zu leichtfertig in den gleichen Topf mit "Endfest" geworfen, Endfest ist leichter zu verarbeiten. Das 5 Min Gemisch wiege ich auf einer Feinwage ab, da gibt es keine Überaschungen bei der Aushärtung durch ungenaues Mischungsverhältnis zwischen Harz und Härter. Darauf sollte man aber auch beim "UHU Endfest" achten.

capricky
Von: Fobbel, 08 Oktober 2009, 14:23; Antwort: 11
Ja, das Endfest ist wirklich ne ganz andere Hausnummer als die 5Min Plörre.

Hier ein toller Erfahrungsbericht eines ex Uhu Mitarbeiters: http://www.ciao.de/UHU_plus_endfest__Test_2624022

Und das Datenblatt des Herstellers: http://www.uhu-profishop.de/media/products/0526423001213785400.pdf

Wenn man sich das so durchliest, dann ist das Zeug eigentlich viel zu billig,  ;D

Aber um mal beim Thema zu bleiben: wie geeignet ist dünnflüssiger Sekundenkleber für so einen Fall?
Von: gitarrenmacher, 08 Oktober 2009, 14:36; Antwort: 12
Zitiert von Fobbel


Aber um mal beim Thema zu bleiben: wie geeignet ist dünnflüssiger Sekundenkleber für so einen Fall?


NEIIIIIIIIIIIIIIIN(naughty)
Dünnflüssiger Sekundenkleber ist in keinster Weise Spaltfüllend. D.h. wenn irgendwo 2/10mm Luft sind, hast du dort keine Verbindung. Ausserdem härten Cyanoacrylatkleber glashart, also recht spröde aus. Deswegen ist auch mittel oder dickflüssiger nicht geeignet. Vom ZAPP gibt es Sekundenkleber mit zugesetztem Latex. Der bleibt leicht elastisch, ist aber sauschwer zu bekommen.

Sekundenkleber geht klasse zum Bindingkleben oder Lackreparaturen. Ansonsten nicht das Mittel der Wahl.
Munterbleiben
Christian
Von: chilistone, 09 Oktober 2009, 08:54; Antwort: 13
Hi,
ups,was hab ich denn da losgetreten :o ?? (sehe ich grade so nebenbei...)

Hab mir jetzt zwar Titebond bestellt aber dann warte ich nochmal, was so kommt...
Letzter Stand ist Uhu endfest, oder doch nicht?

Bin jetzt ein bisi verwirrt

Vielen Dank für die Antworten

Grüsse
chilistone
Von: capricky, 09 Oktober 2009, 08:56; Antwort: 14
Zitiert von chilistone

Bin jetzt ein bisi verwirrt




UHU Endfest

capricky
Von: bigherb, 09 Oktober 2009, 14:51; Antwort: 15
Haste gut losgetreten..... Der interessierte Laie lernt so immer was dazu...... ;)
Ach, das ist übrigens die Schäftnaht. Sollbruchstelle.....auch nicht schlecht.....
Von: chilistone, 10 Oktober 2009, 07:57; Antwort: 16
Hallo,

tja tatsächlich gut losgetreten. Nun weiss ich Bescheid und einiges gelernt. Klasse Forum.Danke euch allen ;D.

Das mit der Sollbruchstelle war mir klar , das das anders heisst aber wusste ned wie  ;)

Und in Zusammenhang mit nem Githals fand ichs witzig...

Schönes Wochenende,

Chilistone
Von: chilistone, 30 November 2009, 09:31; Antwort: 17
Hallo an Alle,
wollte nur Feedback wegen der Reparatur geben, hat leider länger gedauert bis sich dazu kam.
Letztendlich mit Uhu endfest 300, Fön (Guter Tip!) und einem Blatt Papier in den leider sehr schmalen Spalt reingearbeitet (Schwitz- Laie eben...) und dann mit Holzstück und Schraubzwingen gepresst, 2-3 Tage liegengelassen.

Ist ok geworden, steht noch etwas Kleber raus, den rubbel ich beim Spielen mit den Fingern ab :-)

Es war ja nur eine neu gekaufte Höffner Mini für 120 Euro , aber bei einer teuren Klampfe würde ich doch einen Profi beauftragen. (Falls noch andere Nichtprofis das mal machen wollen) - Kleber in so einen Minispalt reinzufuddeln - nicht mein Ding :-) Und so gaaaaanz sauber ist es nicht... :)

Vielen Dank nochmal für eure vielen hilfreichen Tips hier..

Ciao
chilistone
Von: Fobbel, 30 November 2009, 10:11; Antwort: 18
Zitiert von chilistone

Ist ok geworden, steht noch etwas Kleber raus, den rubbel ich beim Spielen mit den Fingern ab :-)


abrubbeln? Ich hoffe der Uhu Endfest macht seinem Namen alle Ehre? Dann könntest du den nicht abrubbeln!   :P

Also den harten Endfest kriegst du an den Rundungen ganz gut mit einer Ziehklinge plangezogen. Is fummelig, sieht danach aber brauchbar aus. Beim spielen kommt dann auch wieder Glanz auf. Musst nur wirklich vorsichtig vorgehen um die Lackschicht nicht durchzuschaben.

Mach mal Fotos von der Klebestelle.

Gruß       Fobbel
Von: capricky, 30 November 2009, 10:26; Antwort: 19
Wenn der Kleber nur etwas aus der Fuge gequollen ist, entferne ich es meistens mit einer kleinen Halbrundfeile (Nadelfeile). Man hat so beste Kontrolle, eventuelle Lackfehler weden eh noch mit Sekundenkleber kaschiert, anschließend fein beigeschliffen und aufpoliert.

capricky
Von: chilistone, 30 November 2009, 10:38; Antwort: 20
Hi,

ihr seid ja echt klasse und gebt weiter Tips ***grins**
Nein, klar rubbel ich das ned ab, den guten Endfest....

Aber ein Photo ? ***schäm*** :B

Ich werde das noch ein bisschen vorsichtig schleifen wie vorgeschlagen.

Trotzdem lieben Dank

Viele Grüsse
chilistone
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